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Tesla FSD erhält niederländische Zulassung – Europapremiere für autonomes Fahren

Die Niederlande genehmigen Teslas „Full Self-Driving Supervised" als erstes europäisches Land – nach über 18 Monaten Tests.

Tesla FSD erhält niederländische Zulassung – Europapremiere für autonomes Fahren

Tesla hat in den Niederlanden die erste europäische Zulassung für seine Software „Full Self-Driving Supervised" (FSD) erhalten. Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW erteilte die Genehmigung nach mehr als 18 Monaten Tests und Analysen. Das System kann ein Fahrzeug selbstständig lenken, bremsen und beschleunigen – stets unter Aufsicht des Fahrers.

„Die ordnungsgemäße Nutzung dieses Fahrerassistenzsystems leistet einen positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit", erklärte die RDW in einer offiziellen Mitteilung am Freitag. Die Behörde kündigte zudem an, einen Antrag auf den Einsatz der Technologie in der gesamten EU bei der Europäischen Kommission einzureichen. Alle EU-Mitgliedstaaten werden dann über den Antrag abstimmen, wobei eine Mehrheit im zuständigen Ausschuss erforderlich ist, damit das System EU-weit gültig wird.

Tesla selbst zeigte sich optimistisch: „Wir freuen uns darauf, FSD Supervised bald in weitere europäische Länder zu bringen", teilte das Unternehmen auf der Plattform X mit und ergänzte, die Einführung in den Niederlanden stehe unmittelbar bevor. Tesla rechnet laut eigenen Angaben vom vergangenen Monat mit einer möglichen EU-weiten Zulassung im Laufe des Sommers.

Bedeutung für Teslas Wachstumsstrategie

Die breite Einführung von FSD ist ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie von Tesla. Ein Großteil der Unternehmensbewertung von rund einer Billion US-Dollar basiert auf der Wette von CEO Elon Musk, dass KI-gesteuerte Software für autonomes Fahren und Robotaxis zu einer bedeutenden Einnahmequelle werden. Morningstar-Analyst Seth Goldstein zeigte sich zuversichtlich: „Ich erwarte, dass die FSD-Zulassung durch die niederländische Behörde und die nachfolgenden europäischen Regulierungsbehörden in den kommenden Monaten zu verbesserten Verkaufszahlen in Europa führen wird, da die Verbraucher darauf brennen, FSD auszuprobieren."

Tesla setzt auf die Software auch, um den zuletzt schwächelnden Fahrzeugabsatz in Europa anzukurbeln. Die Verkäufe hatten sich aufgrund der alternden Elektroauto-Modellpalette und Musks rechtsgerichteter politischer Rhetorik, die einige Konsumenten abgeschreckt hat, verlangsamt. Im Februar stiegen Teslas Verkäufe in Europa zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr wieder an. Die Tesla-Aktie legte am Freitag im nachbörslichen Handel um rund 0,7 Prozent zu – im laufenden Jahr liegt das Papier jedoch noch immer rund 23 Prozent im Minus und bleibt damit hinter dem US-Gesamtmarkt zurück.

EU-Version unterscheidet sich von US-Variante

Die RDW wies ausdrücklich darauf hin, dass die EU bei der Fahrzeugzulassung strengere Sicherheitsanforderungen stellt als die USA. „Dies bedeutet, dass die Version von FSD Supervised in den USA NICHT mit der Version von FSD Supervised in der EU vergleichbar ist", hieß es in der Mitteilung der Behörde. Weitere Details nannte die RDW dazu nicht.

In den USA ist die Software bereits im Abonnement erhältlich, sieht sich dort jedoch mit Klagen von Verbrauchern und Bundesuntersuchungen nach Unfällen und Berichten über Verkehrsverstöße konfrontiert. In den Niederlanden kämen rund 100.000 Fahrzeuge der Modelle Model 3 und Model Y für die FSD-Software infrage – Tesla ist dort der beliebteste Elektroautohersteller.

Tesla setzt auf Kameras statt Sensoren

Im Vergleich zu anderen Herstellern verfolgt Tesla einen technologisch eigenständigen Ansatz: Während die meisten Unternehmen im Bereich autonomes Fahren auf mehrere Hardware-Sensoren setzen, um das Fahrumfeld zu erfassen, setzt Tesla primär auf Kameras und Künstliche Intelligenz. Andere Automobilhersteller wie Mercedes, Ford und BMW haben zwar ebenfalls Technologien für „freihändiges" Fahren eingeführt – jedoch bislang nur auf ausgewählten Autobahnen und bei begrenzten Geschwindigkeiten, hauptsächlich in Deutschland. Das System von Tesla ist das erste, das in einem breiteren Spektrum von Fahrsituationen eingesetzt werden soll.

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