Tesla Energy profitiert von Batterie-Wende: Hersteller setzen auf Stromspeicher statt E-Autos
Während E-Auto-Verkäufe stagnieren, boomt das Geschäft mit Energiespeichern für KI-Rechenzentren. SpaceX plant Börsengang.

Die Batterieindustrie erlebt eine dramatische Neuausrichtung: Zehn nordamerikanische Produktionsstätten werden von E-Auto-Batterien auf Energiespeichersysteme (ESS) umgerüstet. Der Grund ist die explodierende Nachfrage nach unterbrechungsfreier Stromversorgung für KI-Rechenzentren, während gleichzeitig die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen stagnieren.
Tesla profitiert massiv von diesem Trend. Das Energiegeschäft des Konzerns wuchs im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar – 2021 waren es noch 2,8 Milliarden Dollar. Im Gegensatz dazu sanken die Einnahmen aus dem E-Auto-Geschäft um neun Prozent auf 64 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung verdeutlicht die strategische Bedeutung der Energiesparte für Tesla.
Auch traditionelle Autobauer vollziehen die Kehrtwende. Ford und General Motors prüfen die Umstellung ihrer Produktionslinien, während Stellantis gemeinsam mit Samsung SDI bereits Fertigungsstraßen im Werk Indiana für ESS-Zellen umbaut. Die großen Autohersteller positionieren sich damit als Zulieferer für Tech-Konzerne, die KI-Infrastruktur aufbauen.
Politische Rahmenbedingungen begünstigen Stromspeicher
Die US-Regierung setzt neue Anreize: Während Steuererleichterungen für E-Auto-Käufer gekürzt werden, bleiben großzügige Produktionsförderungen für Batteriehersteller bestehen. Der vorgeschlagene "One Big Beautiful Bill Act" sieht eine Förderung von 35 Dollar pro Kilowattstunde vor. Zusätzlich schützen Zölle von bis zu 60 Prozent auf chinesische ESS-Batterien die heimische Produktion.
Allerdings warnen Analysten vor Herausforderungen. Die Nachfrage aus dem Energiespeicher-Segment könnte die neu geschaffenen Kapazitäten möglicherweise nicht vollständig absorbieren. Einige Daten deuten darauf hin, dass E-Autos bis 2030 weiterhin den größeren Anteil der Batterieinstallationen ausmachen werden.
Zudem gibt es Qualitätsbedenken: Koreanische Unternehmen, die zu den größten ESS-Produzenten in den USA zählen, haben weniger Erfahrung mit der Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) als ihre chinesischen Wettbewerber. Laut Marktforschungsunternehmen CRU könnten US-produzierte ESS-Batterien anfangs "kleiner und leistungsschwächer" sein als modernste chinesische Importe.
Tesla plant massive Solar-Expansion
Parallel zur Batterie-Strategie verfolgt Tesla ehrgeizige Pläne im Solarbereich. Das Unternehmen strebt eine Produktionskapazität von 100 Gigawatt an. Morgan Stanley schätzt, dass diese Expansion der Tesla Energy-Sparte zusätzliche 25 bis 50 Milliarden Dollar an Unternehmenswert hinzufügen könnte. Die Investmentbank bewertet Tesla Energy derzeit mit 140 Milliarden Dollar.
Die Solarproduktion im geplanten Umfang könnte 25 Milliarden Dollar Umsatz und drei bis vier Milliarden Dollar zusätzliches EBIT generieren. Allerdings erfordert der Ausbau Investitionen zwischen 30 und 70 Milliarden Dollar – deutlich mehr als in der aktuellen Kapitalplanung für 2026 vorgesehen.
Ein wesentlicher Teil der Kapazität soll laut Morgan Stanley für Spezialanwendungen reserviert werden: Rechenzentren im All, passend zu Elon Musks erklärten Zielen. Diese spezialisierte Nachfrage würde Tesla vor dem aktuellen globalen Überangebot im Solarmarkt schützen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseSpaceX bereitet Mega-Börsengang vor
Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX erwägt unterdessen einen Börsengang mit Zwei-Klassen-Aktienstruktur, der das Unternehmen mit über 1,5 Billionen Dollar bewerten könnte. Diese Struktur würde Gründern und Frühinvestoren größere Stimmrechte einräumen als gewöhnlichen Aktionären.
SpaceX, das kürzlich Musks KI-Startup xAI übernommen hat, erweitert seinen Vorstand zur Vorbereitung des IPO. Musk hatte zuvor erklärt, er benötige etwa 25 Prozent Stimmrechtsanteil, um ausreichenden Einfluss auf seine Unternehmen zu behalten. Tesla selbst nutzt derzeit keine Zwei-Klassen-Struktur.


