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Tesla-Betriebsrat im Visier: IG Metall weist Vorwürfe zurück

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gewerkschafter wegen heimlicher Tonaufnahme – Union spricht von Verleumdungskampagne

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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat Ermittlungen gegen einen Vertreter der IG Metall im Tesla-Werk Grünheide aufgenommen. Tesla wirft dem Gewerkschafter vor, bei einer Betriebsratssitzung am 10. Februar 2026 heimlich eine Tonaufnahme angefertigt zu haben. Der Vorwurf: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes und Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz.

Werksleiter André Thierig erklärte, dutzende Zeugen hätten bestätigt, dass der Gewerkschafter zugegeben habe, sein Mikrofon am Laptop nicht ausgeschaltet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Sicherung der Laptop-Daten zur Auswertung angeordnet. Die IG Metall weist die Anschuldigungen entschieden zurück und spricht von einer "Verleumdungskampagne" und einer "Lüge".

Der Vorfall ereignet sich kurz vor der Wahl eines neuen Betriebsrats und inmitten anhaltender Spannungen zwischen Tesla und der Gewerkschaft. Im Zentrum steht die Weigerung des Autobauers, Tarifverträge anzuerkennen – ein Konflikt, der die Arbeit am Standort Brandenburg seit Monaten überschattet.

Jungheinrich schließt Werk trotz Gewinn

Beim Gabelstaplerhersteller Jungheinrich hat die IG Metall nach intensiven Verhandlungen eine Einigung erzielt. Das Werk in Lüneburg wird Ende März 2027 geschlossen, 160 Produktionsjobs fallen weg. Der seit 20. November laufende Streik – einer der längsten in der jüngeren deutschen Industriegeschichte – endet mit einem Sozialplan im zweistelligen Millionenbereich.

Die Gewerkschaft kritisiert die Schließung als strategischen Fehler. Die Lüneburger Produktionslinie für kundenspezifische Kleinserien sei profitabel gewesen. Jungheinrich erzielte 2024 bei 5,4 Milliarden Euro Umsatz einen Überschuss von 289 Millionen Euro und strebt bis 2030 zehn Milliarden Euro Umsatz an. Während die Produktion endet, bleiben 125 Arbeitsplätze in Konstruktion und Verwaltung erhalten.

Lufthansa vor DAX-Comeback

Am 4. März steht die Quartalsüberprüfung des DAX 40 an. Die Deutsche Bank sieht die Rückkehr der Lufthansa in den Leitindex als unsicher. Die Fluggesellschaft, die 2020 aus dem DAX ausschied, liegt aktuell auf Rang 33 und würde damit für einen "Fast Entry" qualifizieren – sie würde das schwächste Mitglied, derzeit Zalando, ersetzen.

Allerdings hat ein jüngster Kurseinbruch durch Gewerkschaftsstreiks die Lage verschärft. Der Puffer zur 34. Position beträgt nur noch 60 Millionen Euro Free-Float-Marktkapitalisierung – etwa 0,7 Prozent. Die endgültige Entscheidung fällt auf Basis der Marktkapitalisierung vom 27. Februar. Eine DAX-Aufnahme würde laut Deutsche Bank Zuflüsse von rund 130 Millionen Euro aus DAX-ETFs generieren.

Chinesische Kaffee-Kette greift an

Der deutsche Kaffeemarkt mit einem Volumen von rund acht Milliarden Dollar steht vor einer neuen Herausforderung. Die chinesische Kette Cotti Coffee eröffnet Filialen in Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Köln – mit aggressiver Preispolitik. Ein Espresso kostet 99 Cent, ein Cappuccino 2,79 Euro.

Hinter Cotti steht Qian Zhiya, ehemaliger Chef von Luckin Coffee, der nach einem Bilanzskandal zurücktreten musste. Seit der Gründung 2022 expandierte Cotti auf über 18.000 Filialen weltweit. Branchenexperten sehen darin keine Testphase, sondern eine ernsthafte Wachstumsstrategie für den fragmentierten deutschen Markt. Der Erfolg hängt davon ab, ob Cotti die hohen Qualitätsansprüche deutscher Konsumenten erfüllen kann.

BrewDog sucht Käufer

Der britische Craft-Beer-Brauer BrewDog, der auch in Deutschland produziert, steht zum Verkauf. Das Unternehmen hat AlixPartners mit der Restrukturierung beauftragt und verweist auf ein "herausforderndes wirtschaftliches Umfeld". 2024 verbuchte BrewDog einen Vorsteuerverlust von 36,7 Millionen Pfund bei stagnierendem Umsatz.

Der Verkaufsprozess sieht eine Aufspaltung in Marken, Braukapazitäten und das Netz von 72 Bars vor. Großbrauereien wie Carlsberg oder Heineken könnten Interesse an den Produktionsanlagen haben. BrewDog hatte über 80 Millionen Pfund von 130.000 Kleinanlegern eingesammelt, kämpft aber seit Jahren mit Reputationsschäden durch Vorwürfe einer "toxischen" Arbeitskultur.

Warnung vor Yen-Carry-Trade

BCA Research warnt eindringlich vor den Risiken des massiven Yen-Carry-Trades. Bei dieser Strategie leihen sich Investoren günstig Yen, um in höher rentierliche ausländische Anlagen zu investieren. BCA schätzt das Volumen der Yen-Forwards von Hedgefonds auf 35 Billionen Yen (Stand Oktober 2025).

Die Analysten erwarten eine Auflösung dieser Positionen nicht durch steigende japanische Zinsen, sondern durch fallende Kurse der finanzierten Anlagen. Japanische Investoren halten ausländische Vermögenswerte im Wert von zwölf Billionen Dollar. Der reale effektive Wechselkurs des Yen liegt auf dem niedrigsten Stand seit über 50 Jahren. BCA empfiehlt mittel- bis langfristigen Anlegern Long-Positionen im Yen gegen den US-Dollar.

FinanzenMarktbericht

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