Tencent verhandelt über Einstieg als größter Aktionär bei Manus
Nach Pekings Rückabwicklungsgebot der Meta-Übernahme soll Tencent größter Anteilseigner des KI-Start-ups Manus werden.

Tencent befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen, um größter Anteilseigner des chinesischen KI-Start-ups Manus zu werden. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf zwei mit den Gesprächen vertraute Personen. Hintergrund ist die Anordnung Pekings, die Übernahme von Manus durch den US-Konzern Meta rückabzuwickeln.
An den Verhandlungen beteiligt sind neben Tencent auch ZhenFund, HSG sowie das Management von Manus. Die Gespräche drehen sich um eine Vereinbarung zur Rückabwicklung der Meta-Übernahme – und zwar auf Basis derselben Bewertung von zwei Milliarden US-Dollar, zu der die ursprüngliche Transaktion stattgefunden hatte.
Tencent als Minderheitsaktionär mit größtem Anteil
Obwohl Tencent den größten Anteil an dem Geschäft übernehmen soll, wird der Konzern laut FT-Bericht Minderheitsaktionär bleiben. Die Gespräche dauern noch an und könnten auch neue Investoren einbeziehen. Ehemalige Geldgeber wie die US-amerikanische Risikokapitalgesellschaft Benchmark werden hingegen voraussichtlich nicht an der neuen Runde teilnehmen.
Manus erlangte Anfang 2025 internationale Aufmerksamkeit mit der Einführung seines gleichnamigen KI-Agenten. Das System ist in der Lage, komplexe Aufgaben eigenständig und ohne menschliche Eingriffe zu erledigen – ein Merkmal, das es von vielen anderen KI-Anwendungen unterscheidet und für großes Aufsehen in der Tech-Branche sorgte.
Peking sichert Kontrolle über heimische KI-Champions
China hatte im April die Rückabwicklung der Manus-Übernahme durch Meta angeordnet. Der Schritt steht im Einklang mit verstärkten Bemühungen Pekings, die inländische Kontrolle über führende KI-Unternehmen zu behalten. Ein weiterer Bericht vom Beginn dieser Woche deutete zudem darauf hin, dass Peking Maßnahmen prüft, um den Zugang aus dem Ausland zu fortschrittlichen chinesischen KI-Modellen generell zu beschränken.
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Zur AktienanalyseMeta hatte Manus nach der Übernahme im Dezember zügig in den eigenen Betrieb integriert. Im Zuge der nun angeordneten Rückabwicklung wurden die Geschäftsbereiche jedoch wieder voneinander getrennt, wie die FT berichtet. Der Facebook-Mutterkonzern stellte unterdessen am Donnerstag ein bedeutendes neues KI-Modell namens Muse Spark 1.1 vor, das Meta als sein bisher „stärkstes Modell für agentische Aufgaben und Programmierung" bezeichnete.
Die Entwicklungen rund um Manus verdeutlichen, wie stark der geopolitische Wettbewerb im Bereich Künstliche Intelligenz zwischen den USA und China die Unternehmenslandschaft beeinflusst. Für deutsche Anleger, die in Tencent oder den globalen KI-Sektor investiert sind, unterstreicht der Fall, dass regulatorische Eingriffe staatlicher Akteure zunehmend zu einem entscheidenden Risikofaktor bei Technologieinvestitionen werden.


