Teheran-Ölbrände: Giftige Dämpfe über Fläche von Italiens Größe
Israelische Angriffe auf Teheraner Ölinfrastruktur im März erzeugten laut neuer Studie massive Schwefeldioxid-Wolken über 300.000 Quadratkilometern.

Als im März israelische Angriffe die Ölinfrastruktur rund um Teheran in Brand setzten, waren die Folgen für die Luftqualität der Region verheerend. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun das ganze Ausmaß der Umweltkatastrophe: Die dabei freigesetzten giftigen Dämpfe breiteten sich über ein Gebiet aus, das in etwa der Fläche Italiens entspricht.
Konkret handelt es sich um die Shahran-Ölraffinerie im Nordwesten Teherans, die am 8. März nach einem nächtlichen Luftangriff in Flammen aufging. Die Brände dauerten laut den Forschern etwa zwei Tage an und hinterließen deutlich messbare Spuren in der Atmosphäre der gesamten Region.
Satellitenmessungen belegen das Ausmaß
Wissenschaftler nutzten Daten von zwei verschiedenen Satelliten, um die Ausbreitung der Schadstoffe präzise zu erfassen. Die Messungen ergaben, dass die Brände insgesamt rund 29,8 Kilotonnen Schwefeldioxid freisetzten. Diese Schadstoffmenge verteilte sich über eine Fläche von etwa 300.000 Quadratkilometern – eine Dimension, die das Ausmaß der Umweltbelastung für die betroffene Bevölkerung eindrücklich verdeutlicht.
Schwefeldioxid ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe wie Rohöl entsteht. Es gilt als gesundheitsschädlich und kann bei erhöhter Konzentration Atemwegserkrankungen verursachen sowie zur Bildung von saurem Regen beitragen. Für Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege ist es besonders gefährlich.
Studie in renommierter Fachzeitschrift veröffentlicht
Die Ergebnisse stammen von chinesischen Forschern und wurden am Dienstag in der Fachzeitschrift „Advances in Atmospheric Sciences" veröffentlicht. Die Nutzung von Satellitendaten zur Messung von Schadstoffemissionen nach Industriebränden oder Konfliktereignissen hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiges wissenschaftliches Instrument etabliert, um die Umweltfolgen solcher Ereignisse objektiv zu dokumentieren.
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Zur AktienanalyseDer Angriff auf die Shahran-Raffinerie steht im Kontext der israelischen Militäroperationen gegen den Iran im März dieses Jahres. Ölraffinerien und Energieinfrastruktur gehören dabei zu besonders sensiblen Zielen, da ihre Zerstörung neben strategischen Folgen auch erhebliche Umweltschäden nach sich zieht.
Die Studie liefert damit erstmals wissenschaftlich fundierte Daten über das ökologische Ausmaß der Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur. Für die Bevölkerung in und um Teheran bedeuteten die zweitägigen Brände eine erhebliche Belastung durch giftige Luftschadstoffe – ein Aspekt, der in der geopolitischen Berichterstattung über den Konflikt bislang wenig Beachtung fand.


