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Tech-Ausverkauf beschleunigt sich: KI-Aktien und Chips unter Druck

Nach dem stärksten Nasdaq-Rückgang seit April 2025 weitet sich der Ausverkauf bei KI- und Chipwerten auf Asien aus.

Tech-Ausverkauf beschleunigt sich: KI-Aktien und Chips unter Druck

Der globale Technologiesektor steht unter massivem Druck. Die negative Stimmung, die am Freitag zu steilen Verlusten an der Nasdaq geführt hatte, setzte sich über das Wochenende bis in den Montagshandel fort – mit schweren Verlusten bei einigen der weltweit größten Chiphersteller und KI-bezogenen Aktien. Die zentrale Frage, die Anleger derzeit bewegt: Ist dies der Beginn einer echten Korrektur oder nur ein kurzer Rücksetzer im KI-Bullenmarkt?

Am Freitag fiel der Nasdaq Composite um 4,18 % auf 25.709,43 Punkte – der stärkste Tagesrückgang seit April 2025. Dieser Einbruch löste eine Verkaufswelle aus, die sich rasch auf die asiatischen Märkte übertrug und dort besonders heftige Spuren hinterließ.

Südkorea trägt die Hauptlast – Handel vorübergehend ausgesetzt

Besonders hart traf es den südkoreanischen Leitindex Kospi, der zeitweise um über 8 % einbrach. Die Verluste waren so gravierend, dass der Handel vorübergehend ausgesetzt werden musste. Die Speicherchip-Giganten Samsung Electronics und SK Hynix, die zusammen mehr als 40 % des Kospi-Index ausmachen, verloren 5 % beziehungsweise 2 %. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da beide Unternehmen zentrale Zulieferer für die globale KI-Infrastruktur sind und ihre Kursentwicklung als Stimmungsbarometer für den gesamten Halbleitersektor gilt.

Finanzprofessor Jeremy Siegel ordnete den Ausverkauf als eine übliche Reaktion auf einen parabolischen Anstieg der Aktienkurse ein. Er zeigte sich jedoch optimistisch und betonte, dass ein solcher Rücksetzer in der Regel nicht den Beginn einer länger anhaltenden Korrektur signalisiere.

Geopolitik heizt die Märkte zusätzlich auf

Neben dem Tech-Ausverkauf belasten geopolitische Spannungen die Märkte. Israel und der Iran griffen sich zum ersten Mal seit dem vom Weißen Haus vermittelten Waffenstillstand direkt an – ein schwerer Test für die fragile Waffenruhe. Die Ölpreise reagierten mit einem kräftigen Anstieg auf die Eskalation.

US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber der Financial Times, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu „keine andere Wahl" habe, als ein von den USA vermitteltes Abkommen mit dem Iran zu akzeptieren. Kurz zuvor hatte Trump ein Interview mit der NBC-Sendung „Meet the Press" abrupt verlassen, nachdem er auf seinen „Weaponization"-Fonds und Behauptungen über Wahlbetrug angesprochen worden war. „Lassen wir es gut sein, ich habe genug, danke, Schätzchen, viel Vergnügen noch", sagte der Präsident beim Hinausgehen und zertrat dabei sein Ansteckmikrofon.

Übernahmeschlacht im italienischen Bankensektor

Abseits der Turbulenzen an den Technologiemärkten heizt sich das M&A-Geschehen im italienischen Bankensektor auf. Der Bankenriese Intesa Sanpaolo legte ein reines Aktientauschangebot für die Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) vor, das einem Aufschlag von 12,5 % auf den Schlusskurs der BMPS-Aktie vom Freitag entspricht. Damit entbrennt ein offener Übernahmekampf, nachdem die Banco BPM am Wochenende ebenfalls ein Fusionsangebot im Wert von 58 Milliarden US-Dollar für BMPS unterbreitet hatte.

SpaceX-Börsengang: „Dean of Valuation" sieht zu hohe Bewertung

Auch der bevorstehende Börsengang von SpaceX sorgt für Gesprächsstoff. Aswath Damodaran, Finanzprofessor an der New York University und bekannt als „Dean of Valuation", veröffentlichte eine Bewertungsanalyse des Unternehmens von Elon Musk. Während SpaceX einen Ausgabepreis von 135 US-Dollar anstrebt, was den Unternehmenswert auf 1,77 Billionen US-Dollar beziffert, schätzt Damodaran den fairen Wert auf eine Spanne zwischen 1,25 und 1,35 Billionen US-Dollar.

„Für meinen Geschmack ist es zu teuer bewertet", sagte Damodaran. Er versteht zwar, warum einige Investoren bereit sind, hohe Summen für SpaceX zu zahlen, sieht die aktuelle Bewertung jedoch als zu ambitioniert an. Für deutsche Privatanleger, die den SpaceX-Börsengang verfolgen, liefert Damodarans Analyse eine wichtige Orientierungshilfe in einem von Hype geprägten Umfeld.

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