Tech-Aktien treiben S&P 500 und Nasdaq auf neue Rekordstände
Ein erneuter Technologieschub katapultiert die US-Leitindizes auf Rekordschlussstände – angeführt von Micron Technology mit einem Kurssprung von 19 Prozent.

Der Technologiesektor zeigt sich weiterhin unaufhaltsam: Der S&P 500 und der Nasdaq haben erneut Rekordschlussstände erreicht. Ausgelöst wurde die Rally durch einen starken Technologieschub sowie eine Aufholjagd nach einem langen Wochenende. Treiber war vor allem Micron Technology, dessen Aktie nach einer Reihe von Broker-Heraufstufungen um beeindruckende 19 Prozent in die Höhe schoss.
Mit diesem Kurssprung trat Micron Technology dem exklusiven Billionen-Dollar-Club bei – jenem Kreis von US-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion US-Dollar. Bereits Mitglieder dieses Clubs sind Microsoft, Apple und Nvidia, die jeweils sogar eine Marktkapitalisierung von mehr als drei Billionen US-Dollar aufweisen. Die optimistischsten Schätzungen der Wall Street deuten darauf hin, dass die Micron-Aktie sich noch einmal verdoppeln könnte – obwohl sie sich im bisherigen Jahresverlauf bereits verdreifacht hat.
Speicherchip-Sektor im Aufwind
Die Euphorie beschränkte sich nicht allein auf Micron. Auch die Aktien der Speicherchip-Konkurrenten Seagate Technology Holdings und Western Digital Corp legten um 4 beziehungsweise 8 Prozent zu. Der Roundhill Memory Exchange Traded Fund (ETF) kletterte um mehr als 14 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Analysten revidieren ihre Prognosen kontinuierlich nach oben, da die Nachfrage nach Computerspeichern ihren Aufwärtstrend voraussichtlich fortsetzen wird und erste milliardenschwere Investitionen in Form von starken Gewinnen bei einzelnen Unternehmen sichtbar werden.
Der KI-Trend schwappte auch auf die asiatischen Märkte über. Die deutlichsten Gewinne waren erneut in Taiwan und Südkorea zu verzeichnen, während der japanische Technologiesektor neue Höchststände testete. Die Technologie-Euphorie überrollt damit schlichtweg alle anderen Themen an den globalen Märkten.
Makroökonomische Risiken bleiben im Hintergrund
Abseits der Tech-Rally bestehen jedoch weiterhin makroökonomische Risiken. Der Ölpreis pendelt weiterhin um die Marke von 100 US-Dollar – mehr als 60 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Bei einem Treffen von Zentralbankvertretern in Tokio warnte der Gouverneur der Bank of Japan, dass dieser vorübergehende Energieschock anhaltende Auswirkungen haben könnte. Die Europäische Zentralbank hält derweil an ihrer restriktiven Zinspolitik fest.
In den USA ist der Konsens für eine Zinserhöhung zwar abgeklungen, doch gleichzeitig schwindet auch die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in diesem Jahr zunehmend. Der US-Konsument, ein wichtiger Motor des Wirtschaftswachstums, sendet unterdessen gemischte Signale: Ein Bericht deutete darauf hin, dass die Verbraucherstimmung auf ein Rekordtief zusteuert. Eine Folgeerhebung zeichnete ein ähnlich düsteres Bild, wenngleich der Rückgang des Verbrauchervertrauens geringer ausfiel als von Ökonomen erwartet.
Jahresbilanz der Indizes und Blick auf den FTSE 100
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Zur AktienanalyseIm bisherigen Jahresverlauf zeigt sich folgendes Bild bei den wichtigsten US-Indizes:
Großbritannien hingegen ist kein Gast auf dieser Technologie-Party. Der FTSE 100 tendierte zur Eröffnung seitwärts, da sich der Anlegerappetit weltweit auf andere Regionen konzentrierte. Das Fehlen einer konzentrierten Technologie-Exposition war Anfang des Jahres noch eine Stärke des britischen Leitindex, als Anleger angesichts der Stabilität der dort vertretenen Werte Zuflucht suchten. Dieses Argument wurde nun jedoch durch das Bedürfnis nach Dynamik in anderen Anlagezielen verdrängt.
Dennoch liegt der FTSE 100 im bisherigen Jahresverlauf mit 5,6 Prozent im Plus, auch wenn er noch rund 4 Prozent unter seinem im Februar aufgestellten Rekord notiert. Eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3 Prozent trägt zusätzlich zur Gesamtrendite bei. Die Stimmung wird allerdings durch Berichte getrübt, wonach 80 Prozent der britischen Unternehmen negativ von dem Überseekonflikt betroffen sind – 64 Prozent durch höhere Energiekosten und 34 Prozent durch steigende Versand- und Logistikgebühren sowie Lieferkettenunterbrechungen.


