Teamsters verklagt UPS: Streit um Abfindungsprogramm eskaliert
Die mächtige US-Gewerkschaft Teamsters hat den Logistikkonzern UPS vor Gericht verklagt. Grund ist ein neues Abfindungsprogramm für Fahrer, das die Gewerkschaft als Verstoß gegen den bestehenden Tarifvertrag wertet. UPS plant im Rahmen seiner Restrukturie

Die Auseinandersetzung zwischen der Teamsters-Gewerkschaft und dem Paketdienstleister UPS spitzt sich zu. Die Gewerkschaft hat beim Bezirksgericht von Massachusetts Klage eingereicht und wirft dem Unternehmen mindestens sechs Verstöße gegen den nationalen Rahmentarifvertrag vor. Im Zentrum steht das sogenannte "Driver Choice Program", ein überarbeitetes Abfindungsprogramm für Fahrer.
Hintergrund der Tarifauseinandersetzung
Erst im Jahr 2023 hatten beide Parteien einen Tarifvertrag ausgehandelt, der 340.000 Beschäftigte abdeckt und einen drohenden Streik verhinderte. UPS beschäftigt mehr Teamsters-Mitglieder als jedes andere Unternehmen in den USA. Doch bereits im Januar 2025 kündigte der Konzern drastische Einschnitte an: Bis zu 30.000 Stellen sollen abgebaut und 24 Standorte geschlossen werden.
Strategischer Umbau wegen Amazon-Geschäft
Der Stellenabbau ist Teil einer größeren Strategie. UPS will sich von Millionen wenig profitabler Lieferungen für seinen größten Kunden Amazon distanzieren. Bereits im Juli 2025 hatte das Unternehmen im Rahmen einer Netzwerk-Umstrukturierung ein Abfindungspaket angekündigt, das den Abbau von 20.000 Stellen und die Schließung von 73 Standorten vorsah.
Streitpunkt: Neues Abfindungsprogramm
Das nun umstrittene "Driver Choice Program" geht laut Gewerkschaft deutlich über frühere Angebote hinaus. "Der Umfang des aktualisierten Abfindungsprogramms von UPS ist weitaus größer als das Angebot vom Spätsommer letzten Jahres", erklären die Teamsters. Damals richtete sich das Programm nur an dienstältere Fahrer kurz vor dem Ruhestand.
Das neue Programm sieht eine einmalige Pauschalzahlung vor. Im Gegenzug müssen sich die Fahrer jedoch "rechtlich dazu verpflichten, nie wieder für UPS zu arbeiten". Diese Bedingung stößt bei der Gewerkschaft auf massive Kritik.
Vorwurf mangelnder Transparenz
Die Teamsters werfen UPS zudem vor, nicht kooperativ zu sein. Seit Ende Januar habe das Unternehmen auf mehr als 57 Anfragen nach Informationen und Dokumenten zum überarbeiteten Abfindungsplan nicht reagiert. Diese fehlende Transparenz sei ein weiterer Vertragsbruch.
UPS weist die Vorwürfe zurück. "Wir sind Anfang Januar mit den Teamsters zu diesem Thema in Kontakt getreten und werden auf die Reaktion der Gewerkschaft über die entsprechenden rechtlichen Kanäle antworten", erklärte das Unternehmen gegenüber Reuters. Die gerichtliche Einreichung werde den Betrieb nicht beeinträchtigen.
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Zur AktienanalyseWettbewerbsnachteil durch Gewerkschaft
Der Konflikt verdeutlicht die unterschiedlichen Kostenstrukturen in der US-Logistikbranche. Während UPS gewerkschaftlich organisiert ist und höhere Löhne zahlt, sind Konkurrenten wie FedEx und Amazon Logistics nicht an Tarifverträge gebunden. Dies verschafft ihnen einen Kostenvorteil bei den Löhnen für Fahrer und andere Beschäftigte im Zustellbereich.
Für UPS steht viel auf dem Spiel: Das Unternehmen muss seine Profitabilität steigern, ohne die Beziehung zur mächtigen Teamsters-Gewerkschaft endgültig zu zerrütten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine außergerichtliche Einigung möglich ist oder ob der Rechtsstreit eskaliert.

