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TD Cowen stuft Evotec ab: Kundenverzögerungen trüben Wachstumsaussichten

Nach enttäuschendem Q2-Umsatz und drastisch gesenkter Jahresprognose senkt TD Cowen Kursziel und Einstufung für Evotec.

TD Cowen stuft Evotec ab: Kundenverzögerungen trüben Wachstumsaussichten

TD Cowen hat die Aktie von Evotec SE von „Buy" auf „Hold" herabgestuft und das Kursziel deutlich gesenkt – von 4 auf 2 US-Dollar sowie von 7 auf 4 Euro. Auslöser ist ein schwaches zweites Quartal: Der vorläufige Konzernumsatz belief sich auf lediglich 144 Millionen Euro, ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit verfehlte Evotec sowohl die Schätzung von TD Cowen (165 Millionen Euro) als auch den Marktkonsens (170 Millionen Euro) deutlich.

Die Schwäche zog sich durch beide Geschäftsbereiche. Der Bereich Discovery & Preclinical/Preclinical Development verzeichnete einen Umsatzrückgang von 15 Prozent im Jahresvergleich auf 108 Millionen Euro. Der Bereich Just–Evotec Biologics brach sogar um 17 Prozent auf 35 Millionen Euro ein.

Jahresprognose massiv gekürzt

Besonders gravierend ist die Senkung der Gesamtjahresprognose für 2026. Das Management erwartet nun einen Konzernumsatz von 570 bis 610 Millionen Euro – ein Rückgang von 23 bis 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte Evotec noch eine Spanne von 700 bis 780 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das entspricht einer Kürzung von bis zu 170 Millionen Euro am oberen Ende der Prognose.

TD Cowen begründet die Herabstufung mit „anhaltenden Herausforderungen auf Kundenseite, die den zuvor für das zweite Halbjahr 2026 erwarteten Wachstumsausblick beeinträchtigen". Konkret nennt der Broker revidierte Zeitpläne für Partnerschaften, Verzögerungen bei Neuabschlüssen sowie eine langsamere Umsatzrealisierung. Das Management geht davon aus, dass die verschobenen Umsätze größtenteils erst im Jahr 2027 realisiert werden.

Auch beim bereinigten EBITDA ergibt sich ein düsteres Bild. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 wurde auf minus 70 bis minus 105 Millionen Euro gesenkt – nach einer vorherigen Prognose von 0 bis plus 40 Millionen Euro. Das vorläufige bereinigte EBITDA im zweiten Quartal lag bei minus 21 Millionen Euro, verglichen mit minus 5 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025. TD Cowen führt die Verschlechterung auf die Verschiebung erwarteter Meilensteinzahlungen zurück, die üblicherweise höhere Margen aufweisen.

Restrukturierungsprogramm „Horizon" bleibt auf Kurs

Einen kleinen Lichtblick gibt es beim laufenden Restrukturierungsprogramm. Das Management bestätigte, dass die Ziele des „Horizon"-Programms weiterhin erreicht werden sollen. Dazu gehören Kosteneinsparungen von 20 bis 30 Prozent von 100 Millionen Euro im Jahr 2026 sowie jährliche Einsparungen auf Run-Rate-Basis von 75 Millionen Euro bis Ende 2027. Ein Update zu den längerfristigen Zielen – darunter ein Konzernumsatz von mehr als 1 Milliarde Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge von über 20 Prozent bis 2030 – gab das Management hingegen nicht.

TD Cowen hat infolge der Entwicklungen auch seine Umsatzschätzungen für die kommenden Jahre deutlich nach unten korrigiert. Für 2026 erwartet der Broker nun 595 Millionen Euro (zuvor 708 Millionen Euro), für 2027 werden 653 Millionen Euro (zuvor 729 Millionen Euro) und für 2028 691 Millionen Euro (zuvor 767 Millionen Euro) prognostiziert.

Als Begründung für die Herabstufung auf „Hold" nannte TD Cowen den „geschwächten kurzfristigen Ausblick, das Fehlen bedeutender kurzfristiger Katalysatoren sowie anhaltenden Gegenwind durch allgemeine makroökonomische Herausforderungen". Für Anleger bedeutet dies, dass der Broker vorerst keine ausreichenden Kurstreiber sieht, die eine Kaufempfehlung rechtfertigen würden.

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