TCU entlastet brasilianische Zentralbank im Fall Banco Master
Rechnungshof findet kein Fehlverhalten bei Abwicklung der krisengeschüttelten Bank

Der brasilianische Bundesrechnungshof TCU hat nach einer Prüfung kein Fehlverhalten der Zentralbank bei der Abwicklung der Banco Master festgestellt. Dies teilte eine mit dem Verfahren vertraute Person mit, die aufgrund der Geheimhaltung anonym bleiben wollte. Die Ergebnisse wurden bereits einigen Mitarbeitern der Zentralbank mitgeteilt, wobei diese nur die Schlussfolgerungen lesen durften, nicht jedoch das vollständige Dokument einsehen konnten.
Die Zentralbank reagierte bislang nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Der TCU bestätigte lediglich, dass der Fall vertraulich sei und keine weiteren Informationen verfügbar seien. Ein Termin für ein abschließendes Urteil stehe noch nicht fest, erklärte das Gericht.
Die Beteiligung des Rechnungshofes wird von Marktteilnehmern als ungewöhnlich für eine Bankenabwicklung in Brasilien bewertet und entsprechend aufmerksam verfolgt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall, nachdem Richter Jhonatan de Jesus signalisierte, er könne Maßnahmen zur Verhinderung von Vermögensverkäufen während der Liquidation in Erwägung ziehen.
Verschärfte Geheimhaltung
Vergangenen Donnerstag verschärfte de Jesus den Vertraulichkeitsstatus des Verfahrens erheblich. Mit der Beschränkung des Aktenzugangs entzog er faktisch der Zentralbank den vollständigen Zugang zum Verfahren, obwohl diese eine Prozesspartei ist. Nach Angaben des TCU sollte diese Maßnahme Leaks verhindern – einschließlich von Informationen, die von der Aufsichtsbehörde als vertraulich eingestuft wurden. Die Entscheidung erfolgte mit Kenntnis der Zentralbank.
Zuvor hatte de Jesus bereits eine Prüfung der Dokumente der Zentralbank angeordnet, die der Entscheidung zur Schließung des Kreditinstituts zugrunde lagen. Die Banco Master, die weniger als ein Prozent der brasilianischen Bankaktiva hielt, wurde im November liquidiert.
Schwere Liquiditätskrise und Betrugsvorwürfe
Die Zentralbank begründete die Liquidation mit einer schweren Liquiditätskrise, einer drastischen finanziellen Verschlechterung und schwerwiegenden Regelverstößen. Die Entscheidung fiel am selben Tag, an dem die Bundespolizei eine Operation wegen der mutmaßlichen Ausgabe betrügerischer Kreditpapiere durch das Institut einleitete und den Mehrheitsaktionär Daniel Vorcaro verhaftete.
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Zur AktienanalyseVorcaro, ein Banker mit weitreichenden politischen Verbindungen in Brasília, wurde später wieder freigelassen, muss jedoch eine elektronische Fußfessel tragen. Der Zusammenbruch der Banco Master geriet ins Visier der Öffentlichkeit, nachdem das Geschäftsbankinstitut schnell expandiert war, indem es hochverzinsliche Anleihen verkaufte, die als durch den Kreditgarantiefonds FGC abgesichert vermarktet wurden.
Milliardenschwere Einlagensicherung
Der private Kreditgarantiefonds FGC schätzt, dass er nach der Liquidation der Bank 40,6 Milliarden Reais (umgerechnet etwa 7,8 Milliarden US-Dollar) an rund 800.000 Anleger auszahlen wird. Dies macht den Fall zu einer der größten Bankenabwicklungen in der jüngeren Geschichte Brasiliens und unterstreicht die Bedeutung der laufenden Untersuchungen für das Vertrauen in das brasilianische Finanzsystem.


