Tata Steel steigert Quartalsgewinn deutlich
Hohe Inlandsnachfrage und geringere Steuern kompensieren fallende Stahlpreise

Tata Steel, der zweitgrößte Stahlhersteller Indiens gemessen an der Marktkapitalisierung, verzeichnete im zweiten Quartal des Geschäftsjahres einen fast vierfachen Gewinnanstieg. Das Unternehmen profitierte dabei von einer anhaltend starken Nachfrage auf seinen wichtigsten Märkten sowie von deutlich geringeren Steueraufwendungen, die den Effekt sinkender Stahlpreise abfederten.
Der konsolidierte Nettogewinn belief sich auf 31,02 Milliarden Rupien, nach 8,33 Milliarden Rupien im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Quartal endete am 30. September. Trotz der anhaltenden Preisrückgänge auf dem globalen Stahlmarkt blieb die Nachfrage in Indien robust, da die industrielle Produktion weiter anzog.
Auch Konkurrent JSW Steel hatte im Septemberquartal einen deutlichen Gewinnsprung gemeldet, gestützt auf höhere Absatzmengen. Das Unternehmen erwartet für das Dezemberquartal steigende Stahlpreise. Indien ist der zweitgrößte Stahlproduzent der Welt und hatte im August Importzölle von 11 bis 12 Prozent auf bestimmte Stahlprodukte eingeführt, um den Binnenmarkt zu schützen.
Tata Steel konnte zudem von einer deutlich niedrigeren Steuerlast profitieren. Die Steueraufwendungen sanken von 14,05 Milliarden auf 10,39 Milliarden Rupien. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) aus dem Indiengeschäft stieg um 25 Prozent auf 86,54 Milliarden Rupien.
Der Gesamtumsatz des Konzerns erhöhte sich im Quartal um rund neun Prozent auf 586,89 Milliarden Rupien. Auch die Geschäfte in Europa entwickelten sich positiv: Das Kernbetriebsergebnis der niederländischen Tochtergesellschaft stieg von 22 auf 92 Millionen Euro. Damit trug das europäische Segment stärker als im Vorjahr zur Ergebnissteigerung bei.
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Zur AktienanalyseDie Aktien von Tata Steel legten im Zeitraum von Juli bis September um rund sechs Prozent zu, blieben damit jedoch hinter den Kurszuwächsen von JSW Steel mit zwölf Prozent und Jindal Steel mit 13 Prozent zurück. Am Tag vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen schlossen Tata-Steel-Aktien 1,3 Prozent im Minus.
Mit Blick auf die kommenden Monate bleibt das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Die starke Inlandsnachfrage und die zu erwartende Stabilisierung der Preise dürften Tata Steel weiterhin stützen, auch wenn die globalen Märkte volatil bleiben.


