Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ohne Einigung
Neue Vorschläge vorgelegt – Warnstreiks oder Schlichtung möglich

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst wurden in Potsdam fortgesetzt. Es war der vierte Tag in Folge, an dem die Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften andauerten. Ursprünglich sollte die dritte Verhandlungsrunde am Sonntag enden, doch eine Einigung konnte bislang nicht erzielt werden. Trotz neuer Vorschläge bestand weiterhin keine Einigung, weshalb die Gespräche in die Verlängerung gingen.
Bis in die Nacht hinein wurde um einen Kompromiss gerungen, doch zahlreiche Punkte blieben offen. Vertreter beider Seiten äußerten sich am frühen Morgen zurückhaltend zum Fortschritt der Verhandlungen. Ein Zwischenstand sollte voraussichtlich am Vormittag bekanntgegeben werden. Möglich war sowohl eine Einigung als auch ein Scheitern der Gespräche.
Gegenstand der Verhandlungen waren die Einkommen und Arbeitsbedingungen von mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, darunter Mitarbeitende in Kitas, bei der Müllabfuhr und in anderen kommunalen Einrichtungen. Die Gewerkschaften ver.di und der dbb Beamtenbund hatten ursprünglich eine Erhöhung der Löhne um acht Prozent, mindestens jedoch um 350 Euro monatlich, sowie drei zusätzliche freie Tage pro Jahr gefordert. Am Sonntagabend unterbreiteten sie nach eigenen Angaben neue Vorschläge. Diese seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, hätten den Arbeitgebern jedoch nicht ausgereicht.
Die Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, darunter das Bundesinnenministerium und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, hielten die Forderungen der Gewerkschaften für nicht finanzierbar. Allein die Kernforderungen würden die Kommunen jährlich 15 Milliarden Euro kosten. Insbesondere die geforderten zusätzlichen freien Tage blieben umstritten. Die Arbeitgeber argumentierten, dass dies zu Einschränkungen in kommunalen Einrichtungen führen könnte, etwa bei den Öffnungszeiten von Kitas.
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Zur AktienanalyseSollte keine Einigung erzielt werden, wären verschiedene Szenarien denkbar. Eine Möglichkeit wäre eine Vertagung der Gespräche, was neue Warnstreiks nach sich ziehen könnte. In den vergangenen Wochen hatten bereits Zehntausende Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt, unter anderem in Kitas, an Flughäfen und bei der Müllabfuhr. Sollte eine der beiden Seiten die Verhandlungen für gescheitert erklären, könnte eine Schlichtung folgen. In diesem Fall würden zunächst keine weiteren Streiks stattfinden.


