Tarifverdienste steigen stärker als Inflation
Höhere Löhne und Inflationsausgleich helfen besonders Geringverdienern

Im Jahr 2024 stiegen die Tarifverdienste in Deutschland um 4,8 Prozent, was erstmals seit der Corona-Pandemie zu einem Anstieg führte, der die Inflation übertraf. Damit ist es den Tarifbeschäftigten wieder gelungen, ihre Reallöhne zu steigern, nachdem in den Vorjahren, insbesondere infolge des Ukraine-Kriegs, die Inflationsraten zwischenzeitlich deutlich höher ausfielen. 2022 lag die Inflation bei 6,9 Prozent, 2023 bei 5,9 Prozent. Diese hohen Preissteigerungen führten bei vielen Tarifbeschäftigten zu Reallohnverlusten, die nun teilweise ausgeglichen wurden. Der Anstieg der Tarifverdienste 2024 war der größte seit 2010 und umfasste auch die einmaligen Inflationsausgleichsprämien, die in vielen Tarifverträgen vereinbart wurden. Ohne diese Sonderzahlungen betrug der Anstieg der Tarifverdienste 4,3 Prozent.
Die Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 2,2 Prozent, was im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Entspannung darstellt. Für viele Beschäftigte in tarifgebundenen Berufen bedeutet dies eine Verbesserung ihrer Einkommenssituation. Der Anstieg der Tarifverdienste ist zum großen Teil auf die Zahlung von Inflationsausgleichsprämien und höhere Tarifabschlüsse zurückzuführen. Diese Prämien, die bis zu 3.000 Euro betragen konnten, waren steuer- und abgabenfrei und sollten die Beschäftigten von den Folgen der hohen Inflation abschirmen. Allerdings endete diese Regelung Ende 2024.
Die stärksten Zuwächse bei den Tarifverdiensten gab es 2024 in den Bereichen Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, wo die Löhne um bis zu 9 Prozent stiegen. Auch in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei gab es einen überdurchschnittlichen Anstieg von 5,4 Prozent. In anderen Branchen, wie der Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbranche, fielen die Steigerungen mit 2,7 Prozent eher moderat aus. Das Gastgewerbe, das 2023 einen außergewöhnlich hohen Anstieg von 7,1 Prozent verzeichnet hatte, verzeichnete 2024 einen Anstieg von nur 3,9 Prozent.
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Zur AktienanalyseBesonders geringverdienende Tarifbeschäftigte profitierten überdurchschnittlich stark von den Inflationsausgleichsprämien. Diese Sonderzahlungen wurden in der Regel als Festbetrag ausgezahlt, sodass geringere Verdienste prozentual stärker von der Prämie profitierten.


