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Target holt Walmart-Veteran als neuen Logistikchef an Bord

CEO Fiddelke verstärkt das Führungsteam mit Jeff England, um Effizienz zu steigern und das Umsatzwachstum nach schwachen Quartalen wiederzubeleben.

Target holt Walmart-Veteran als neuen Logistikchef an Bord

Target hat am Dienstag Jeff England zum neuen Chief Supply Chain Officer ernannt. Der erfahrene Logistikexperte kommt vom Baustofflieferanten QXO, wo er zuletzt dieselbe Funktion innehatte, und wechselt Ende Mai zum US-Einzelhändler. England tritt damit die Nachfolge der langjährigen Target-Mitarbeiterin Gretchen McCarthy an.

England bringt umfangreiche Erfahrung aus dem Einzelhandel mit: Zwischen 2004 und 2022 war er bei Walmart in verschiedenen Positionen tätig, zuletzt als Senior Vice President für die Lieferkette. Damit holt Target einen ausgewiesenen Branchenkenner ins Haus, der die Lieferkettenprozesse eines der weltgrößten Einzelhändler aus erster Hand kennt.

Die Personalie ist Teil einer umfassenderen Führungsoffensive von CEO Michael Fiddelke, der im Februar den Chefposten bei Target übernommen hat. Seitdem hat er das Management-Team gezielt neu aufgestellt: Bereits zuvor wurden Cara Sylvester als Chief Merchandising Officer und Lisa Roath als Chief Operating Officer berufen. Englands Ernennung ist damit die dritte wichtige Führungskräftebesetzung unter Fiddelke in wenigen Monaten.

Milliarden-Investition für Turnaround

Hintergrund der personellen Neuaufstellungen ist eine tiefgreifende Transformation des Unternehmens. Target hat einen Investitionsplan im Umfang von rund 6 Milliarden US-Dollar angekündigt, um die Lagerhaltung, das Einkaufserlebnis in den Filialen sowie die Lieferzeiten zu verbessern. Das Unternehmen kämpft seit mehreren Quartalen mit schwachen Umsätzen und will nun gegensteuern.

Fiddelke hatte gegenüber Investoren im März erklärt, dass das Unternehmen „Möglichkeiten für Effizienzsteigerungen innerhalb der Lieferkette" sehe. Konkret soll die Warenverfügbarkeit verbessert und das Same-Day-Delivery-Angebot aus den rund 2.000 US-Filialen ausgeweitet werden. Für deutsche Verbraucher zum Vergleich: Target betreibt ausschließlich in den USA Filialen und ist dort einer der größten Einzelhändler nach Walmart.

Am 29. April eröffnete Target in Houston sein erstes sogenanntes „Receive Center" – ein vorgelagertes Lagerhaus, das Bestände von Lieferanten aus dem ganzen Land bündeln soll. Das Konzept soll die Warenverfügbarkeit sicherstellen und gleichzeitig eine Überlastung der Filialen und Distributionszentren verhindern. Es handelt sich dabei um einen neuen Ansatz in der Logistikstrategie des Unternehmens.

Preissenkungen und Stellenabbau im Konzern

Parallel zur Lieferkettenoptimierung setzt Target auf weitere Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Anfang des Jahres wurden die Preise für rund 3.000 Produkte gesenkt, um preissensible Kunden anzusprechen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen verstärkt in seine Filialmitarbeiter und baut dafür Stellen in der Konzernzentrale ab.

Am Mittwoch legt Target seine Quartalszahlen vor. Investoren warten dabei gespannt auf Kommentare zum Konsumklima – angesichts hoher Inflation und der Volatilität in den Lieferketten infolge des Iran-Krieges ist die Stimmung im Einzelhandelssektor angespannt. Die Ergebnisse dürften zeigen, ob Fiddelkes Turnaround-Strategie erste Früchte trägt.

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