Taiyo Oil importiert erstmals wieder russisches Rohöl
Lieferung auf Regierungsbitte soll LNG-Versorgung aus Sakhalin-2 absichern

Japans Raffinerieunternehmen Taiyo Oil hat erstmals seit über zwei Jahren wieder russisches Rohöl des Typs Sakhalin Blend bezogen. Die Entscheidung erfolgte auf ausdrückliche Bitte der japanischen Regierung, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Hintergrund ist die Sicherstellung der Stabilität einer Anlage, die Japan neben Rohöl auch mit verflüssigtem Erdgas (LNG) beliefert.
Der Import markiert eine bedeutende Abweichung von Japans bisherigem Kurs. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 hatte sich Tokio gemeinsam mit den anderen G7-Staaten darauf verständigt, russische Öllieferungen schrittweise einzustellen. Der letzte bekannte Import von russischem Rohöl nach Japan fand laut Handelsdaten im Februar 2023 statt.
Das nun gelieferte Rohöl stammt aus dem Sakhalin-2-Komplex auf der russischen Insel Sachalin. Dieser wird von Gazprom gemeinsam mit japanischen Unternehmen betrieben und gilt als entscheidend für Japans Energiesicherheit. Er liefert rund neun Prozent der japanischen LNG-Importe. Das dort anfallende Rohöl ist ein Nebenprodukt der LNG-Förderung.
Die Vereinigten Staaten hatten im Januar 2025 Sanktionen gegen spezielle Tanker verhängt, die für den Transport aus eisigen Regionen wie Sakhalin benötigt werden. Diese Maßnahme brachte den bisherigen Export von Sakhalin Blend nach China zum Erliegen. Allerdings erlauben die US-Sanktionen bis zum 28. Juni 2025 weiterhin Importe dieses Rohöls nach Japan – allerdings ausschließlich für den japanischen Markt.
Das japanische Wirtschaftsministerium hatte die heimischen Raffinerien in diesem Jahr aufgefordert, die Abnahme von Sakhalin Blend in Betracht zu ziehen, um einen störungsfreien Betrieb der Anlage zu ermöglichen. „Auf Wunsch des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie haben wir beschlossen, 600.000 Barrel Sakhalin Blend Rohöl zu übernehmen“, erklärte ein Sprecher von Taiyo Oil telefonisch gegenüber Reuters. Es handele sich um eine Maßnahme zur Sicherstellung einer stabilen Energie- und LNG-Versorgung.
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Zur AktienanalyseDer unter US-Sanktionen stehende Aframax-Tanker „Voyager“ hatte das Öl nach Japan transportiert. Das Schiff lief den Hafen von Kikuma an und verließ ihn nach Entladung wieder, wie aus den Daten des Schifffahrtsanbieters LSEG hervorgeht. Weitere Käufe von Sakhalin-2-Rohöl sind laut Taiyo Oil derzeit nicht geplant. Ein Vertreter des Ministeriums bestätigte das Anliegen der Regierung an die Raffineriebetreiber.


