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Taiwans Präsident Lai trotzt China bei Eswatini-Besuch

Trotz chinesischer Einmischung reist Taiwans Präsident Lai nach Eswatini – Peking bezeichnet ihn als „Ratte".

Taiwans Präsident Lai trotzt China bei Eswatini-Besuch

Taiwans Präsident Lai Ching-te hat bei seinem Besuch im südafrikanischen Königreich Eswatini eine klare Botschaft gesendet: Taiwan sei eine souveräne Nation, und kein Land habe das Recht, die Insel von der Weltgemeinschaft zu isolieren. Die Reise zum 40. Thronjubiläum von König Mswati III. verlief unter außergewöhnlichen Umständen – und sorgte für scharfe Reaktionen aus Peking.

Lai traf am Samstag in Eswatini ein, ohne dass die Reise zuvor von einer der beiden Regierungen angekündigt worden war. Er nutzte dabei ein Flugzeug der eswatinischen Regierung. Ein hochrangiger taiwanesischer Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben wollte, erklärte, das Modell „Ankunft vor Ankündigung" werde in der hochrangigen internationalen Diplomatie häufig angewandt, um die „ungewissen Risiken einer potenziellen Einmischung durch externe Kräfte" zu minimieren.

Chinas scharfe Reaktion

Peking ließ die Reise nicht unkommentiert. Das chinesische Büro für Taiwan-Angelegenheiten erklärte am späten Samstag, Lai habe sich nach Eswatini „geschlichen". „Lai Ching-tes verabscheuungswürdiges Verhalten – wie eine Ratte, die über die Straße huscht – wird von der internationalen Gemeinschaft unweigerlich mit Spott quittiert werden", hieß es in einer Erklärung eines Sprechers. Taiwans Festlandrat konterte scharf: „Das Gossen-Gerede des Büros für Taiwan-Angelegenheiten ist im höchsten Maße langweilig", und betonte, Lai benötige keine Erlaubnis aus Peking, um irgendwohin zu reisen.

Lai selbst richtete beim Treffen mit König Mswati III. deutliche Worte an die internationale Gemeinschaft. „Die Republik China, Taiwan, ist eine souveräne Nation und ein Taiwan, das der Welt gehört", sagte er laut einer Mitteilung des Präsidialamtes vom Sonntag. „Die 23 Millionen Menschen in Taiwan haben das Recht, mit der Welt in Kontakt zu treten, und kein Land hat das Recht – noch sollte ein Land versuchen –, Taiwan daran zu hindern, einen Beitrag zur Welt zu leisten."

Hintergrund: Taiwans diplomatische Isolation

China betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als Teil seines Territoriums ohne Recht auf zwischenstaatliche Beziehungen – eine Position, die Taiwans Regierung entschieden bestreitet. Peking drängt andere Länder aktiv dazu, jegliche Kontakte mit der Insel einzustellen. Eswatini, das ehemalige Swasiland mit rund 1,3 Millionen Einwohnern, ist eines von lediglich 12 Ländern weltweit, die noch formelle diplomatische Beziehungen zu Taipeh unterhalten.

Im vergangenen Monat hatte China bereits versucht, Lais Reisepläne zu torpedieren: Taiwan erklärte, Peking habe drei Länder im Indischen Ozean dazu gezwungen, die Überfluggenehmigungen für Lais Flugzeug zu widerrufen. Diese abgesagten Pläne hatten damals Kritik seitens der USA sowie Besorgnis in der Europäischen Union, Großbritannien, Frankreich und Deutschland ausgelöst. Die aktuelle Reise zeigt, dass Taipeh entschlossen ist, trotz chinesischen Drucks diplomatische Präsenz zu zeigen – und dabei kreative Wege zu gehen.

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