Taiwan sichert sich Vorzugskonditionen bei US-Chip-Zöllen
Kein Zeitplan für Section-232-Zölle auf Halbleiter, doch Taiwan hat sich bereits im Januar Meistbegünstigungsstatus gesichert.

Die USA haben keinen konkreten Zeitplan für die Erhebung von Zöllen nach Section 232 auf Halbleiter. Das erklärte Taiwans stellvertretende Premierministerin Cheng Li-chiun am Donnerstag in Taipeh. Gleichzeitig betonte sie, dass Taiwan sich im Rahmen eines bilateralen Handelsabkommens vom Januar bereits Vorzugsbedingungen gesichert habe.
Section 232 bezeichnet eine US-Untersuchung zur nationalen Sicherheit, die Importe von Schlüsselprodukten wie Chips und Pharmazeutika betrifft. Die USA haben wiederholt signalisiert, dass sie auf Basis dieser Untersuchung Zölle auf Halbleiterimporte erheben könnten. Für Taiwan ist dies von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, da das Land zu den weltweit wichtigsten Halbleiterproduzenten zählt.
Meistbegünstigungsstatus für taiwanesische Chips
Im Rahmen des Januar-Abkommens sicherte sich Taiwan vorab eine Vorzugsbehandlung bei künftigen Halbleitermaßnahmen gemäß Section 232. Cheng erläuterte, dass die USA taiwanesischen Unternehmen, die in den USA investieren, eine entsprechende Vorzugsbehandlung gewähren müssen – unabhängig davon, wann konkrete Halbleiterzölle nach Section 232 vorgeschlagen werden.
Diese vorab vereinbarten Vorzugsbedingungen bleiben laut Cheng unverändert bestehen. Taiwan hat sich damit eine Art Absicherung verschafft, die unabhängig vom weiteren Verlauf der US-Handelspolitik gegenüber Halbleiterimporten gilt.
Zollsenkungen auf weitere taiwanesische Waren
Neben den Halbleiterregelungen heben die USA im Zuge des Januar-Abkommens auch einige Zölle auf andere taiwanesische Importe auf oder senken diese auf 15 Prozent. Dies geht aus einer Mitteilung im Federal Register hervor. Betroffen sind Waren wie Automobil- und Flugzeugteile, Holz sowie Stahl.
Die Zolländerung tritt faktisch rückwirkend zum 1. Mai in Kraft und wird der Mitteilung zufolge am Donnerstag (US-Zeit) offiziell veröffentlicht. Für taiwanesische Exporteure bedeutet dies eine spürbare Entlastung in mehreren Industriesektoren.
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Zur AktienanalyseTSMC investiert 165 Milliarden Dollar in den USA
Taiwan ist als Sitz von TSMC, dem weltweit größten Auftragsfertiger von Chips, ein zentraler Akteur in der globalen Halbleiterindustrie. TSMC investiert 165 Milliarden US-Dollar, um Fabriken im US-Bundesstaat Arizona zu errichten. Diese massiven Investitionen dürften auch den Verhandlungsspielraum Taiwans gegenüber Washington gestärkt haben.
Für deutsche Anleger und Unternehmen, die in der Halbleiterlieferkette aktiv sind, ist die Entwicklung relevant: Die Unsicherheit rund um US-Chip-Zölle bleibt bestehen, doch Taiwan hat sich mit dem Januar-Abkommen eine strategisch wichtige Absicherung verschafft. Wie sich die US-Handelspolitik gegenüber anderen Halbleiterlieferanten entwickelt, bleibt abzuwarten.


