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Taiwan prüft US-Seltene-Erden-Vorkommen für heimische Raffination

Wirtschaftsminister kündigt Delegation an – Insel will Abhängigkeit von China verringern

Taiwan prüft US-Seltene-Erden-Vorkommen für heimische Raffination

Taiwan plant die Entsendung einer Regierungsdelegation in die USA, um dortige Vorkommen Seltener Erden zu evaluieren. Ziel ist es, diese kritischen Rohstoffe künftig auf der Insel zu raffinieren, wie Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin am Mittwoch in Taipeh bekannt gab. Die Initiative steht im Zusammenhang mit den verstärkten Bemühungen der Trump-Administration zur Sicherung der US-Versorgung mit strategischen Mineralien.

Die Behörde für geologische Untersuchungen und Bergbaumanagement des taiwanischen Wirtschaftsministeriums wird die US-Vorkommen auf ihre Eignung untersuchen. "Konkret geht es darum, welche Seltenerdelemente sie enthalten und ob sie geeignet sind", erklärte Kung. Taiwan selbst verfügt über keine eigenen Abbaumöglichkeiten, könnte aber bei der Raffination importierter Materialien eine wichtige Rolle spielen.

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen. China hatte im vergangenen Jahr durch das Zurückhalten Seltener Erden internationale Märkte und hochrangige Beamte verunsichert. Die für Automobilhersteller und andere Industriebetriebe unverzichtbaren Mineralien werden zu einem großen Teil von China kontrolliert – eine Abhängigkeit, die sowohl Washington als auch Taipeh reduzieren wollen.

Strategische Reserve und private Investitionen

Präsident Donald Trump rief vergangene Woche das "Project Vault" ins Leben, eine strategische US-Reserve für kritische Mineralien. Das Programm wird mit 10 Milliarden Dollar durch die U.S. Export-Import Bank sowie zusätzlich 2 Milliarden Dollar aus privaten Mitteln finanziert. Obwohl Taiwan formal nicht Teil dieser Initiative ist, führt die Halbleiter-Großmacht bereits Gespräche mit den USA über mögliche Unterstützungsmaßnahmen.

Taipeh ist besonders besorgt über die Abhängigkeit von einer auf China ausgerichteten Lieferkette. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als Teil ihres Territoriums und hat ihre militärischen Drohungen in den vergangenen Jahren intensiviert. Die Diversifizierung der Rohstoffversorgung gilt daher als strategische Priorität.

Produktionskapazitäten sollen verdoppelt werden

Taiwan verbraucht derzeit jährlich rund 1.500 Tonnen Seltener Erden. Mit dem prognostizierten Wirtschaftswachstum wird dieser Bedarf voraussichtlich auf 2.000 Tonnen steigen, so Minister Kung. "Unser Ziel ist es, die Produktionskapazitäten so weit auszubauen, dass wir bis dahin die Hälfte unseres Bedarfs decken können", erklärte er. Die Technologie für die Raffination sei vorhanden – nun gehe es um die Skalierung der Produktion.

Die geplante Kooperation könnte beiden Seiten Vorteile bringen: Die USA würden ihre heimischen Vorkommen besser nutzen können, während Taiwan seine Versorgungssicherheit erhöht und gleichzeitig seine technologische Expertise in einem strategisch wichtigen Bereich unter Beweis stellt. Die Delegation wird in den kommenden Wochen ihre Bewertung der US-Vorkommen beginnen.

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