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Täuschende Umweltfreundlichkeit: Verpackungen aus Holz und Co.

Die ökologischen Versprechen und die Recyclingrealität – Europas Kampf gegen wachsenden Verpackungsmüll

Täuschende Umweltfreundlichkeit: Verpackungen aus Holz und Co.

In der Bemühung, umweltfreundliche Verpackungslösungen zu finden, sind viele Verbraucher auf Produkte wie Jute, Holzschälchen und Bambusverpackungen umgestiegen. Diese Materialien galten lange Zeit als ökologische Alternativen zu Plastikverpackungen. Doch nun decken das Umweltbundesamt (UBA) und die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) auf, dass diese vermeintlich umweltfreundlichen Verpackungen oft "besonders problematisch" sind. Insbesondere Verpackungen aus Bambus, Holz, Jute, Keramik oder Kork bereiten ernsthafte Recyclingprobleme. Laut ZSVR-Vorständin Gunda Rachut werden diese Materialien in der Praxis nicht recycelt, da es keine Sammelquoten für sie gibt.

Die Mülltrennung in Deutschland hat in den letzten Jahren einige Erfolge verzeichnet, insbesondere bei der stofflichen Verwertung von Kunststoffverpackungen. Im letzten Jahr wurden 67,5 Prozent der im gelben Sack oder der gelben Tonne gesammelten Kunststoffverpackungen stofflich verwertet. Allerdings gibt es ein wachsendes Problem mit vermeintlich umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien, die schwer oder gar nicht recycelbar sind. Dies betrifft vor allem Verpackungen, die eine Kombination mehrerer Materialien verwenden und oft wie Papier aussehen, aber tatsächlich aus Mischungen von Papier und Kunststoff bestehen. Solche "faserbasierten Verbundverpackungen" sind besonders problematisch und landen oft in der Müllverbrennung.

Auch Bio-Kunststoffe sind Teil des Problems, da sie nicht wie erwartet in der Biotonne entsorgt werden können. Aufgrund ihrer langsamen Verrottung werden sie aussortiert und schließlich verbrannt. Dies steht im Widerspruch zur Vorstellung, dass Bio-Kunststoffe umweltfreundlicher sind, da sie biologisch abbaubar sind. In der Praxis erweisen sie sich jedoch als ineffektive Lösung für die Abfallbewältigung.

Die Probleme im Umgang mit Verpackungsmüll sind nicht auf Deutschland beschränkt, sondern betreffen ganz Europa. In den letzten Jahren ist das Verpackungsvolumen innerhalb der EU um mehr als ein Viertel auf 84 Millionen Tonnen gewachsen. Jeder Europäer erzeugt im Durchschnitt 188,7 Kilogramm Verpackungsabfall pro Jahr. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird dieser Wert bis 2030 voraussichtlich auf 209 Kilogramm ansteigen, wie das EU-Parlament warnt.

Angesichts dieser Herausforderungen hat das EU-Parlament kürzlich eine strengere Regulierung der Verpackungswirtschaft befürwortet. Ziel ist es, das Wachstum der Müllberge einzudämmen und die Wiederverwendung sowie das Recycling von Verpackungsmaterialien zu fördern. Konkrete Ziele wurden festgelegt, darunter die Reduzierung der Verpackungsmenge um fünf Prozent bis 2030, eine weitere Reduzierung um zehn Prozent bis 2035 und schließlich um 15 Prozent bis 2040. Besonders Kunststoffverpackungen sollen strengen Einsparzielen unterliegen, mit einer anvisierten Reduzierung um zehn Prozent bis 2030, die bis 2040 verdoppelt werden soll.

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