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Tabakaktien erleben Comeback durch rauchfreie Produkte und E-Zigaretten

Tabakaktien kehren ins Rampenlicht zurück – dank rauchfreier Produkte entstehen neue Grauzonen bei ESG-Investoren.

Tabakaktien erleben Comeback durch rauchfreie Produkte und E-Zigaretten

Tabakaktien galten lange als gesellschaftlich geächtet – doch das Bild wandelt sich. Das Tabu gegen den Besitz von Tabakaktien ist zwar nicht verschwunden, aber neue Grauzonen entstehen: Unternehmen, die einen großen Teil ihres Umsatzes mit rauchfreien Produkten wie E-Zigaretten erzielen, scheinen wieder gesellschaftsfähig zu werden. Diese Entwicklung schlägt sich direkt in den Börsenbewertungen nieder.

Philip Morris International gehört bereits zu den Unternehmen, die von diesem Imagewandel profitieren. Der Konzern hat seinen Fokus in den vergangenen Jahren zunehmend auf rauchfreie Alternativen verlagert und gilt damit als Vorreiter in der Branche. Auch British American Tobacco (BAT) könnte laut Beobachtern auf dem besten Weg dorthin sein.

BAT-Aktie schlägt die „Magnificent Seven"

Besonders bemerkenswert ist die Kursentwicklung von British American Tobacco. Anleger, die vor zwei Jahren in BAT-Aktien investiert haben, konnten ihr eingesetztes Kapital in etwa verdoppeln. Das ist eine Rendite, die selbst die viel beachteten „Magnificent Seven" – die sieben größten US-Technologiekonzerne – in diesem Zeitraum übertrifft.

Dieser Vergleich verdeutlicht, wie stark das Interesse an Tabakaktien wieder gestiegen ist. Während Technologiewerte lange als die dominierenden Renditebringer galten, zeigt das Beispiel BAT, dass klassische Dividendenwerte aus unerwarteten Sektoren aufholen können – vor allem dann, wenn sich das gesellschaftliche Bild eines Unternehmens verändert.

Rauchfreie Produkte als Schlüssel zur Rehabilitierung

Der Wandel in der Wahrnehmung von Tabakkonzernen hängt eng mit dem Aufstieg rauchfreier Produkte zusammen. E-Zigaretten, Tabakerhitzer und ähnliche Alternativen gelten bei vielen Investoren als weniger schädlich als klassische Zigaretten. Für institutionelle Anleger, die ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) berücksichtigen müssen, öffnet sich dadurch ein neues Fenster.

Unternehmen, die glaubhaft einen Großteil ihres Umsatzes auf rauchfreie Produkte umstellen, können so aus der Ausschlussliste vieler Fonds herausfallen – oder zumindest in eine Grauzone rücken, in der eine Investition wieder vertretbar erscheint. Genau das scheint bei Philip Morris International bereits eingetreten zu sein.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Tabakaktien sind traditionell für ihre hohen Dividendenrenditen bekannt und gelten als defensiver Sektor in unsicheren Marktphasen. Wenn nun zusätzlich ein Bewertungsaufschwung durch den Imagewandel hinzukommt, könnte die Kombination aus Dividende und Kurspotenzial für einkommensorientierte Anleger interessant sein. Gleichzeitig sollten Investoren die weiterhin bestehenden regulatorischen Risiken und den gesellschaftlichen Gegenwind im Blick behalten.

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