T. rex „Gus" für 50 Millionen Dollar versteigert – Weltrekord
Ein Tyrannosaurus Rex erzielte bei Sotheby's 50,1 Millionen Dollar – mehr als doppelt so viel wie erwartet.

Ein Tyrannosaurus-Rex-Skelett hat bei einer Auktion von Sotheby's einen neuen Weltrekord aufgestellt. Das Exemplar mit dem Namen „Gus" wurde für 50,1 Millionen US-Dollar versteigert und ist damit das teuerste Dinosaurierfossil, das jemals unter den Hammer gekommen ist. Der Verkaufspreis übertraf die ursprüngliche Schätzung von 20 bis 30 Millionen Dollar damit mehr als deutlich.
Das Bietergefecht um „Gus" dauerte rund zehn Minuten und zog insgesamt sieben Interessenten an. Am Ende setzte sich ein Käufer durch, dessen Identität bislang nicht bekannt ist. Mit dem Erlös brach „Gus" den bisherigen Rekord eines Stegosaurus-Skeletts namens „Apex", das im Jahr 2024 ebenfalls bei Sotheby's für 44,6 Millionen Dollar versteigert worden war – erworben vom milliardenschweren Hedgefonds-Manager Ken Griffin.
Was macht „Gus" so besonders?
Das Fossil wurde in South Dakota entdeckt und ist rund 67 Millionen Jahre alt. Laut Sotheby's gilt „Gus" als eines der vollständigsten jemals gefundenen Dinosaurier-Exemplare. Das Skelett besteht aus 183 fossilen Knochenelementen und ist, gemessen an der Knochenanzahl, zu etwa 61 Prozent vollständig. Mit einer Länge von rund 11,6 Metern (38 Fuß), einer Höhe von etwa 3,8 Metern (12,5 Fuß) und einer Schädellänge von 137 Zentimetern (54 Zoll) zählt „Gus" zudem zu den größten jemals entdeckten T.-rex-Fossilien überhaupt.
Besonders interessant für Wissenschaftler: Das Skelett weist eine Reihe von Verletzungen auf, die das Tier zu Lebzeiten erlitten hatte. Dazu gehören gebrochene und wieder verheilte Knochen an mehreren Rippen und Gastralia sowie Bissspuren an verschiedenen Schädelknochen – ein seltener Einblick in das Leben eines der gefürchtetsten Raubtiere der Erdgeschichte.
Dinosaurierfossilien als boomender Markt für Sammler
Der Rekordverkauf von „Gus" ist kein Zufall, sondern spiegelt einen anhaltenden Trend wider. Dinosaurierfossilien haben sich zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des Marktes für Sammlerstücke entwickelt. Wohlhabende Investoren suchen nach seltenen, langfristigen Wertspeichern jenseits klassischer Anlageklassen wie Aktien oder Immobilien. Gleichzeitig diversifizieren Auktionshäuser wie Sotheby's und Christie's ihre Umsätze aktiv über die Kunst hinaus in neue Kategorien.
Zum Vergleich: Ein T. rex namens „Stan" wurde bereits im Jahr 2020 bei Christie's für 31,8 Millionen Dollar verkauft. Der Preisanstieg von „Stan" zu „Gus" innerhalb weniger Jahre zeigt, wie dynamisch sich dieser Markt entwickelt hat.
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Zur AktienanalyseExperten warnen vor fehlenden Qualitätsstandards
Trotz des Booms gibt es kritische Stimmen. Paläontologen und andere Fachleute warnen, dass es in der Branche nur wenige Sicherheitsvorkehrungen hinsichtlich Authentizität und Verifizierung gibt. Der Erfolg von „Gus" dürfte den Verkauf weiterer Dinosaurierknochen ankurbeln – und damit auch den Druck auf die noch immer lückenhaften Kontrollmechanismen erhöhen. Für private Käufer, die Millionenbeträge investieren, bleibt die Frage der Echtheit und wissenschaftlichen Einordnung damit ein nicht zu unterschätzendes Risiko.


