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T-Mobile warnt vor Rückgang bei Neuzugängen durch teurere Tarife

Tarifumstellung belastet Wachstum: T-Mobile erwartet im dritten Quartal weniger Postpaid-Neuzugänge und höhere Kundenabwanderung.

T-Mobile warnt vor Rückgang bei Neuzugängen durch teurere Tarife

T-Mobile hat am Donnerstag eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal ausgegeben und erwartet einen sequenziellen Rückgang bei den Neuzugängen von Postpaid-Konten. Auslöser ist die laufende Umstellung älterer, günstigerer Mobilfunktarife auf neuere, teurere Optionen. Die Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von fast 7%.

Der US-Telekommunikationskonzern überführt Bestandskunden aus auslaufenden Tarifen in neue Pläne, die Funktionen wie unbegrenztes Premium-Datenvolumen und Geräte-Upgrades bieten – allerdings zu höheren Kosten. Diese Umstellung soll laut Unternehmensangaben im laufenden Quartal vorübergehend auch die Kundenabwanderungsrate erhöhen.

Prognose deutlich unter Analystenerwartungen

Für das dritte Quartal rechnet T-Mobile mit rund 250.000 Netto-Neuzugängen bei den Postpaid-Konten. Das liegt spürbar unter der durchschnittlichen Analystenerwartung von etwa 304.000 Neuzugängen, die von Visible Alpha zusammengestellt wurde. Bereits im zweiten Quartal war das Wachstum mit 277.000 neuen Postpaid-Konten um 13% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

Chief Operating Officer Jon Freier erklärte gegenüber Reuters, T-Mobile modernisiere sein Portfolio an Mobilfunktarifen und verbessere die Leistungen für Bestandskunden als Teil einer umfassenderen Initiative. „Wir beobachten, dass Neukunden unsere Premium-Tarife mit einer Rate von etwa 60% des Gesamtumsatzes annehmen", so Freier. Das Unternehmen sieht die Belastung damit als vorübergehend an.

Erschwerend kommt hinzu, dass T-Mobile einem intensiven Wettbewerb durch die US-Konkurrenten AT&T und Verizon ausgesetzt ist. Beide Rivalen sind im Mobilfunkmarkt stark positioniert und setzen T-Mobile unter Druck, Kunden zu halten und gleichzeitig höhere Preise durchzusetzen.

Cashflow-Prognose angehoben – KI als Effizienzfaktor

Trotz der gedämpften Wachstumsaussichten hob T-Mobile seine Prognose für den bereinigten freien Cashflow an. Die neue Spanne liegt zwischen 18,4 Milliarden und 18,8 Milliarden US-Dollar, nach zuvor 18,1 bis 18,7 Milliarden US-Dollar. Finanzvorstand Peter Osvaldik nannte gegenüber Reuters fortlaufende Effizienzsteigerungen als Grund – insbesondere bei den Ertragsteuern sowie Vorteile beim Betriebskapital durch den Einsatz fortschrittlicher KI-Tools.

Beim Gewinn je Aktie übertraf T-Mobile die Erwartungen deutlich: Das Unternehmen erzielte 2,99 US-Dollar pro Aktie, während Analysten laut LSEG-Daten im Schnitt nur 2,59 US-Dollar erwartet hatten. Auch der durchschnittliche Quartalsumsatz pro Postpaid-Konto entwickelte sich positiv und stieg um 2% auf 152,91 US-Dollar, verglichen mit 149,87 US-Dollar im Vorjahr.

T-Mobile hat sein Geschäft in den vergangenen Jahren über den Mobilfunk hinaus ausgeweitet und ist durch Übernahmen und Joint Ventures in den Glasfaserbereich eingestiegen. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die geplante Glasfaser-Präsenz des Unternehmens deutlich kleiner bleibt als die von AT&T und Verizon. Die Tarifumstellung bleibt damit kurzfristig der entscheidende Belastungsfaktor für die Aktie.

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