Syngenta legt Börsengang auf Eis
Schwache Konjunktur verhindert Listing bis Ende 2024

Der Schweizer Agrarchemie-Konzern Syngenta hat die für dieses Jahr geplanten Börsenpläne auf Eis gelegt. Wie das Unternehmen mitteilte, wird der Börsengang an der Shanghaier Börse auf frühestens Ende 2024 verschoben. Als Grund nannte Syngenta die derzeit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Ursprünglich war vorgesehen, dass Syngenta noch 2022 den Schritt an die Börse wagt. Bereits damals gab es jedoch Verzögerungen beim Börsenantrag. Nun macht die schwache Konjunktur einen Strich durch die Rechnung. Syngenta hatte in den vergangenen Quartalen mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen zu kämpfen. Laut Unternehmensangaben ging der Umsatz in den ersten neun Monaten 2022 um 13 Prozent auf 6,8 Milliarden US-Dollar zurück. Noch drastischer fiel der Rückgang beim Betriebsgewinn aus, der um 68 Prozent auf 300 Millionen Euro einbrach.
Syngenta führt die schwachen Zahlen vor allem auf die Reduzierung der Lagerbestände bei Händlern zurück. In Reaktion auf Lieferengpässe hatten diese 2022 noch Vorräte aufgestockt. Nun wird Bilanz bereinigt. Auch Marktschwächen in Brasilien werden als Ursache genannt. Syngenta ist eines der größten Unternehmen in der Pflanzenschutz- und Saatgutbranche. Zu den Hauptkonkurrenten zählt unter anderem der deutsche Bayer-Konzern, der kürzlich ebenfalls schwache Quartalszahlen vorlegte.
Für Syngenta und den chinesischen Mutterkonzern Sinochem hat der verschobene Börsengang auch finanzielle Konsequenzen. Sinochem hatte gehofft, durch den Börsengang einen Teil seiner Aktien losschlagen und eine Gesamtbewertung von 50 bis 60 Milliarden US-Dollar erreichen zu können. Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage sind solche optimistischen Bewertungen jedoch nicht realisierbar.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBis Ende 2024 soll nun abgewartet werden, bis sich die Rahmenbedingungen verbessert haben. Syngenta schließt aber auch Zwischenschritte wie private Aktienplatzierungen nicht aus, um schon vorher neues Kapital einzusammeln. Klar ist aber, dass der IPO an der Shanghaier Börse auf jeden Fall Realität werden soll. Für Syngenta wäre es eine Rückkehr, nachdem Sinochem den Konzern 2016 für 43 Milliarden Dollar von der Börse genommen hatte.


