Swiss Re verkauft iptiQ-Anteile an Allianz Direct
Allianz stärkt Online-Versicherungsgeschäft und übernimmt 130.000 Kunden

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat einen Käufer für einen Teil seiner defizitären digitalen Versicherungsplattform iptiQ gefunden. Wie das Unternehmen aus Zürich am Dienstag mitteilte, wird das europäische Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft von iptiQ an Allianz Direct verkauft. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite oder dritte Quartal 2025 geplant. Zu den Details der Transaktion, wie etwa dem Kaufpreis oder weiteren Bedingungen, machte Swiss Re keine Angaben. Ebenso äußerte sich der Konzern nicht konkret zur Zukunft der verbliebenen Bereiche von iptiQ.
Ein Sprecher von Swiss Re erklärte, dass ein genauer Zeitplan für den Rückzug aus den restlichen iptiQ-Geschäften derzeit nicht genannt werden könne. Die nun veräußerten Bereiche seien jedoch ein bedeutender Teil des Portfolios. Die iptiQ-Plattform umfasst weiterhin umfangreiche Lebens- und Krankenversicherungsgeschäfte in verschiedenen Regionen. Während einige Geschäftsteile abgewickelt werden sollen, plant das Unternehmen, für andere neue Eigentümer zu finden.
Mit der Übernahme erweitert Allianz Direct sein Kundenportfolio um über 130.000 Versicherte und stärkt damit seine Präsenz in den europäischen Kernmärkten. Erst kürzlich hatte das Unternehmen in der Schweiz bereits zugegriffen und den Online-Versicherer Friday von der Baloise übernommen. Allianz Direct fasst das Online-Geschäft der Allianz in fünf europäischen Ländern zusammen und baut nun durch den Zukauf weiter aus. Der gekaufte iptiQ-Versicherungsträger, der in Luxemburg ansässig ist, beschäftigt über 100 Mitarbeiter in der Schweiz, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Italien.
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Zur AktienanalyseDie Nachricht über den Verkauf wurde an der Börse positiv aufgenommen. Swiss Re konnte ein Kursplus von einem Prozent verzeichnen und setzte sich damit an die Spitze der Bluechips der Zürcher Börse. Bereits im Mai hatte Swiss Re angekündigt, sich von dem verlustbringenden Geschäft mit White-Label-Angeboten zurückziehen zu wollen. Die vor neun Jahren gegründete Plattform iptiQ hat in den letzten zwei Jahren über 600 Millionen Dollar Verlust eingefahren, und auch für das Jahr 2024 wird ein Defizit erwartet. Der Verkauf an die Allianz ist ein Schritt, mit dem Swiss Re die strategische Neuausrichtung weiter vorantreibt und sich auf profitablere Bereiche fokussiert.

