Supreme Court vertagt Entscheidung zu Glyphosat-Klage
US-Regierung soll Stellung zu Bayers Berufungsantrag im Fall Roundup beziehen

Der Bayer-Konzern muss bei seinem Bemühen um eine höchstrichterliche Klärung in der Glyphosat-Frage weiter auf eine Entscheidung warten. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat den Generalstaatsanwalt um eine Stellungnahme der US-Regierung zu Bayers Antrag auf Revision eines Urteils gebeten. Erst nach Vorlage dieser Einschätzung wird das Gericht entscheiden, ob es den Fall überhaupt zur Verhandlung annimmt.
Konkret geht es um ein Urteil aus dem Bundesstaat Missouri, bei dem dem Kläger John Durnell eine Entschädigung in Höhe von 1,25 Millionen US-Dollar zugesprochen wurde. Durnell führt seine Erkrankung an einem Non-Hodgkin-Lymphom auf die Nutzung des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup zurück. Bayer strebt mit dem Verfahren an, zukünftige Klagen wegen mutmaßlicher Gesundheitsgefahren durch Glyphosat zu erschweren und milliardenschwere Schadenersatzzahlungen zu verhindern.
Der Konzern befindet sich seit Jahren unter Druck: Die laufenden Glyphosat-Verfahren in den USA haben das Unternehmen bislang rund zehn Milliarden Dollar gekostet und erheblich auf den Aktienkurs gedrückt. Vorstandschef Bill Anderson hat angekündigt, die Auseinandersetzungen bis 2026 beizulegen. Dass nun zunächst die Einschätzung der US-Regierung abgewartet werden muss, könnte das Verfahren zeitlich genau bis zu diesem Zielpunkt strecken.
Investoren zeigen sich zunehmend ungeduldig. Kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung des Supreme Court gab die Bayer-Aktie um rund fünf Prozent nach. Viele Anleger hatten auf eine schnellere Entscheidung gehofft. Die Bitte um Stellungnahme war eines von drei möglichen Szenarien, das nun eingetreten ist. Sollte die Regierung dem Gericht von einer Annahme des Falls abraten, könnte dies zur endgültigen Ablehnung führen. In früheren Fällen war das Gericht solchen Empfehlungen gefolgt.
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Zur AktienanalyseBayer sieht dennoch Chancen, da inzwischen unterschiedliche Urteile von Bundesberufungsgerichten vorliegen, was eine höchstrichterliche Klärung wahrscheinlicher macht. Eine Entscheidung zugunsten Bayers würde aus Sicht des Konzerns zukünftige Rechtsstreitigkeiten weitgehend ausschließen. Sollte der Supreme Court das Verfahren zulassen, rechnet Bayer mit einem Urteil bis spätestens Juni 2026. Bereits im April hatte der Konzern den Antrag auf Revision eingereicht und seither auf eine Reaktion aus Washington gewartet.


