Supertanker im Visier: Angriffe in der Straße von Hormus
Fünf von neun jüngsten Schiffsangriffen im Iran-Krieg trafen Very Large Crude Carriers – mit weitreichenden Folgen für globale Ölströme.

Die jüngste Angriffswelle auf die Handelsschifffahrt im Kontext des Iran-Krieges trifft zunehmend die größten Öltanker der Welt. Laut Daten der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), zusammengestellt von Bloomberg, richteten sich seit der Bekanntgabe eines mittlerweile auf Eis gelegten Friedenspakts im Juni fünf von neun Angriffen auf Handelsschiffe gegen sogenannte Very Large Crude Carriers, kurz VLCC.
Diese Entwicklung ist für den globalen Ölmarkt von erheblicher Bedeutung. VLCCs gelten als der wichtigste Schiffstyp für den Transport von Rohöl aus dem Nahen Osten in alle Welt. Ihre gezielte Bedrohung stellt damit eine direkte Herausforderung für die Versorgungssicherheit auf den internationalen Energiemärkten dar.
Was sind Very Large Crude Carriers?
VLCCs gehören zu den größten Schiffen der Welt und können bis zu zwei Millionen Barrel Rohöl transportieren. Sie sind das Rückgrat des globalen Öltransports aus der Golfregion und verbinden Förderländer wie Saudi-Arabien, den Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Abnehmern in Asien, Europa und Amerika. Die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Seehandels mit Öl fließt, ist dabei eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen überhaupt.
Die gezielte Konzentration der Angriffe auf diesen Schiffstyp verdeutlicht die besonderen Herausforderungen, die eine Wiederbelebung der Ölströme aus der Region mit sich bringt. Selbst ein vorübergehender Friedenspakt, der inzwischen auf Eis liegt, konnte die Sicherheitslage für die Handelsschifffahrt nicht nachhaltig stabilisieren.
Folgen für den globalen Ölmarkt
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Zur AktienanalyseFür deutsche und europäische Energieversorger sowie Anleger im Rohstoffsektor sind diese Entwicklungen von direkter Relevanz. Störungen im Tankerverkehr durch die Straße von Hormus können Lieferketten unterbrechen, Versicherungsprämien für Schiffe in der Region in die Höhe treiben und letztlich die Rohölpreise auf den Weltmärkten beeinflussen.
Die IMO-Daten, auf die sich Bloomberg stützt, zeigen ein klares Muster: Die Angreifer setzen gezielt auf Schiffe mit maximaler Wirkung für die globale Energieversorgung. Ob und wann sich die Sicherheitslage in der Straße von Hormus verbessert, bleibt angesichts des eingefrorenen Friedensprozesses ungewiss.

