Supermärkte täuschen mit Preissenkungen
Großteil des Sortiments trotz Werbung mit Rabatten teurer geworden

In Zeiten hoher Inflation ist der Preis ein entscheidender Faktor für die Kaufentscheidung vieler Verbraucher. Entsprechend werben Einzelhändler derzeit verstärkt mit Preissenkungen, um die Kundschaft zu locken. Doch bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die Versprechen oft als Augenwischerei.
In Supermarktprospekten suggerieren Händler, einen großen Teil des Sortiments verbilligt zu haben. Tatsächlich sind aber meist nur wenige ausgewählte Produkte reduziert. Laut einer Analyse sind dieses Jahr im gesamten Lebensmittelhandel nur rund 4 Prozent der Artikel günstiger geworden. Dem steht gegenüber, dass mehr als die Hälfte aller Waren teurer wurde.
Von den Werbeversprechen der Händler ist an der Kasse wenig zu spüren. Die ausgelobten Preissenkungen erweisen sich aus Kundensicht meist als leer. Mit diesem Vorgehen riskieren Supermärkte, das Vertrauen der Verbraucher zu verspielen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Kunden besonders preissensibel und achten genau darauf, ob versprochene Preisvorteile auch eingehalten werden.
Einzelne Händler gehen mit gutem Beispiel voran und senken die Preise etwa bei Grundnahrungsmitteln merklich. Dies ist eine echte Entlastung für einkommensschwache Haushalte. Doch der größere Teil der Branche betreibt eher Augenwischerei statt echter Preissenkungen. Kunden sollten Werbeversprechen kritisch hinterfragen und die Preise vor dem Einkauf vergleichen. Nur so lassen sich echte Schnäppchen finden.
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Zur AktienanalyseSupermärkte stecken in einem Dilemma zwischen sinkenden Rohstoffkosten und hohen Preisforderungen der Markenartikelhersteller. Doch Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber den Verbrauchern sind unabdingbar, um langfristig erfolgreich zu sein. Anstatt mit Scheinrabatten zu werben, wäre es sinnvoller, offen die schwierige Lage zu kommunizieren. Nur so kann das angekratzte Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden.


