Super Micro Computer: Umsatz verdoppelt – trotzdem Finger weg
Trotz eines Umsatzanstiegs von 123 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar gibt es gewichtige Gründe, die SMCI-Aktie zu meiden.

Super Micro Computer (SMCI) hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 beeindruckende Zahlen vorgelegt. Der Nettoumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 123 Prozent auf 10,2 Milliarden US-Dollar – das Quartal endete am 31. März 2026. Das Unternehmen zählt zu den wichtigsten Anbietern technologischer Infrastruktur für Unternehmen, darunter Server für künstliche Intelligenz (KI), und profitiert seit Jahren von der enormen Nachfrage in diesem Bereich.
Doch starke Umsatzzahlen allein sind kein ausreichender Grund für ein Investment. Wer tiefer in die Zahlen schaut, findet gleich mehrere Warnsignale, die Anleger nachdenklich stimmen sollten.
Hauchdünne Margen trüben das Bild
Das gravierendste Problem bei Super Micro Computer sind die extrem niedrigen Margen. Im jüngsten Quartal lag die Bruttomarge des Unternehmens bei knapp unter 10 Prozent – ein Wert, der im Technologiesektor ungewöhnlich niedrig ist. Das bedeutet: Von jedem verdienten Dollar verbleiben nach Abzug der direkten Umsatzkosten weniger als zehn Cent, um Betriebskosten zu decken und Gewinne zu erzielen.
Besonders deutlich wird das Missverhältnis beim Blick auf die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 72 Prozent auf 27,9 Milliarden Dollar. Der Bruttogewinn legte jedoch lediglich um 21 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar zu – ein klares Zeichen dafür, dass das Wachstum nicht proportional in die Profitabilität fließt.
Zwar haben sich die Margen bei Super Micro zuletzt leicht verbessert, doch das Niveau bleibt besorgniserregend niedrig. Solange die KI-getriebene Nachfrage anhält, kann das starke Umsatzwachstum die schwachen Margen überdecken. Sollte sich das Wachstumstempo jedoch abschwächen, könnte die Ertragslage schnell unter Druck geraten.
Günstige Bewertung täuscht über Risiken hinweg
Auf den ersten Blick erscheint die SMCI-Aktie günstig bewertet. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 auf Basis der vergangenen zwölf Monate notiert sie deutlich unter dem Durchschnitt des S&P 500, der beim 26-fachen Gewinn liegt. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie rund 14 Prozent an Wert verloren.
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Zur AktienanalyseDoch die vermeintlich attraktive Bewertung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Super Micro Computer in der Vergangenheit mit ernsthaften Bilanzierungsproblemen zu kämpfen hatte. Wirtschaftsprüfer traten zurück und stellten die internen Kontrollprozesse des Unternehmens infrage. Zwar sind seither keine neuen größeren Bedenken aufgetaucht, doch das Thema bleibt ein Schatten über der Aktie und gibt Anlegern Anlass, die Verlässlichkeit der veröffentlichten Zahlen zu hinterfragen.
Die Kombination aus niedrigen Margen, der starken Abhängigkeit vom KI-Wachstum und der belasteten Bilanzierungsgeschichte ergibt ein Risikoprofil, das für viele Anleger schwer zu rechtfertigen ist. Wer in den KI-Infrastrukturbereich investieren möchte, findet möglicherweise Alternativen mit solideren Fundamentaldaten und höherer Transparenz.


