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Super Micro Aktie bricht nach 7-Milliarden-Dollar-Finanzierungsplänen ein

Der Serverhersteller plant massive Aktienemissionen – Anleger reagieren mit Kursverlusten von 9 Prozent im nachbörslichen Handel.

Super Micro Aktie bricht nach 7-Milliarden-Dollar-Finanzierungsplänen ein

Die Aktien von Super Micro Computer sind am Dienstag im nachbörslichen Handel um rund 9 Prozent eingebrochen. Auslöser war die Ankündigung des Unternehmens, eigenkapitalbasierte Finanzierungsgeschäfte im Gesamtvolumen von 7 Milliarden US-Dollar durchzuführen, um den Kauf von Hardwarekomponenten zu finanzieren.

Konkret plant Super Micro ab Juli zwei separate Kapitalmaßnahmen: eine fest übernommene Aktienemission im Wert von 5 Milliarden US-Dollar sowie ein sogenanntes At-the-Market-Angebot über 2 Milliarden US-Dollar. Als Konsortialbanken fungieren JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Citigroup – drei der renommiertesten Investmentbanken der Wall Street.

Der Kursrückgang ist eine klassische Marktreaktion auf solche Ankündigungen. Wenn Unternehmen neue Aktien ausgeben, müssen bestehende Aktionäre eine Verwässerung ihrer Anteile einkalkulieren – der Wert jeder einzelnen Aktie sinkt, da sich der Unternehmensanteil auf mehr Papiere verteilt.

Milliarden-Aufträge im KI-Servergeschäft

Trotz des Kursrückgangs präsentierte sich Super Micro operativ in starker Verfassung. Das Unternehmen gab bekannt, in den vergangenen Wochen Aufträge für KI-Server im Wert von 39 Milliarden US-Dollar von mehr als 20 Kunden erhalten zu haben. Diese Zahl unterstreicht die enorme Nachfrage nach KI-fähiger Serverinfrastruktur.

Die Nachfrage nach KI-Servern hat den Umsatz von Super Micro im März-Quartal um mehr als 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr in die Höhe getrieben. Damit steht das Unternehmen nicht allein: Auch Konkurrent Dell meldete zuletzt ein Umsatzwachstum seiner Infrastructure Solutions Group von 181 Prozent im Jahresvergleich – ein deutliches Signal für den branchenweiten Boom.

Super Micro ist damit das jüngste KI-affine Unternehmen, das sich für weiteres Wachstumskapital an die Finanzmärkte wendet. Anfang des Monats hatte Alphabet – Mutterkonzern von Google – angekündigt, Aktien im Wert von 85 Milliarden US-Dollar verkaufen zu wollen, darunter eine Investition von 10 Milliarden US-Dollar durch Berkshire Hathaway.

Steigende Komponentenkosten belasten das Geschäft

Ein wesentlicher Grund für den erhöhten Kapitalbedarf dürften die stark gestiegenen Komponentenpreise sein. CEO Charles Liang erklärte Analysten während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen im Mai, dass sich die Kosten für Speicher in den vergangenen Monaten mehr als verdreifacht haben. Dieser Kostendruck zwingt das Unternehmen, seine Finanzierungsbasis zu verbreitern.

Vor dem nachbörslichen Kursrückgang hatten die Super-Micro-Aktien im laufenden Jahr bereits rund 39 Prozent zugelegt – ein beachtliches Plus, das den allgemeinen KI-Optimismus an den Märkten widerspiegelt.

Das Unternehmen steht jedoch auch abseits des operativen Geschäfts unter Beobachtung. Im März wurde bekannt, dass ein Mitgründer aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten ist. Er war in einer Anklageschrift des US-Bundes im Zusammenhang mit Vorwürfen über den Schmuggel von Geräten mit KI-Chips des Herstellers Nvidia nach China genannt worden. Dieser Vorfall hatte das Vertrauen einiger Investoren in das Unternehmen belastet.

Für deutsche Anleger bleibt Super Micro ein hochvolatiles Investment im Bereich der KI-Infrastruktur. Die Kombination aus starkem Umsatzwachstum, massivem Auftragsbuch und gleichzeitig erheblichem Kapitalbedarf sowie regulatorischen Risiken macht die Aktie zu einem Papier mit hohem Chancen-Risiko-Profil.

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