SunZia: USA vollenden größtes sauberes Energieprojekt nach 17 Jahren
Der 11-Milliarden-Dollar-Windpark in New Mexico ist nach fast zwei Jahrzehnten Planung und Bau nun voll betriebsbereit.

Das größte Infrastrukturprojekt für saubere Energie in der Geschichte der USA ist fertiggestellt. Der Windpark SunZia in New Mexico samt einer 885 Kilometer langen Übertragungsleitung ist nach fast zwei Jahrzehnten Genehmigungsverfahren und Bauzeit nun voll betriebsbereit. Dies teilte der Eigentümer, die Pattern Energy Group, am Donnerstag mit.
Das Projekt umfasst einen Windpark mit einer installierten Kapazität von 3.650 Megawatt sowie eine 550 Meilen lange Übertragungsleitung, die Strom von Zentral-New-Mexico in den Süden Arizonas transportiert. Rund zwei Drittel des erzeugten Stroms werden anschließend weiter nach Westen an Kunden in Kalifornien geliefert. Laut der US-amerikanischen Energy Information Administration kann SunZia den jährlichen Strombedarf von rund einer Million Haushalten decken.
Dreimal so groß wie die nächsten Konkurrenten
Die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend: SunZia ist dreimal so groß wie die beiden nächstgrößten Windparks in den USA. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 11 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 10 Milliarden Euro. Damit setzt das Projekt einen neuen Maßstab für die amerikanische Energieinfrastruktur.
Die Entwicklung des Projekts begann bereits im Jahr 2008. Jahrelange Genehmigungshürden verzögerten den Fortschritt erheblich, bevor Pattern Energy im Jahr 2023 schließlich mit dem eigentlichen Bau beginnen konnte. Insgesamt vergingen damit rund 17 Jahre vom ersten Planungsschritt bis zur vollständigen Inbetriebnahme.
Pattern Energy bezeichnete die Fertigstellung als Meilenstein für die US-Energiewirtschaft, die derzeit eine sprunghaft ansteigende Nachfrage verzeichnet. „SunZia beweist, dass wir immer noch in der Lage sind, die bedeutende Infrastruktur zu bauen, die dieses Land benötigt", erklärte Hunter Armistead, Chief Executive von Pattern Energy, in einer offiziellen Mitteilung.
Politischer Gegenwind durch Trump-Regierung
Die Fertigstellung fällt in eine politisch heikle Phase für erneuerbare Energien in den USA. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat die Genehmigungsverfahren für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien – insbesondere Windkraft – verlangsamt und setzt stattdessen auf die Erschließung fossiler Brennstoffe. SunZia steht damit als Symbol für eine Energiepolitik, die unter der aktuellen Bundesregierung zunehmend unter Druck gerät.
Senator Martin Heinrich, Demokrat aus New Mexico, nutzte die Fertigstellung als Anlass für eine klare politische Botschaft. Er bezeichnete SunZia als eindeutiges Beispiel für die dringende Notwendigkeit einer Reform der bundesstaatlichen Genehmigungsverfahren. „Man sollte in der Lage sein, in fünf oder sechs Jahren zu einer Entscheidung zu gelangen, nicht erst nach 17 Jahren", sagte Heinrich in einem Interview.
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Zur AktienanalyseWachsende Nachfrage treibt Infrastrukturausbau
Der Abschluss des Projekts kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA mit einer stark steigenden Stromnachfrage konfrontiert sind – getrieben unter anderem durch moderne Fertigung, Rechenzentren und Technologieunternehmen. Pattern Energy betonte, dass es dafür sowohl neue Erzeugungskapazitäten als auch leistungsfähige Übertragungsleitungen brauche, um den Strom dorthin zu liefern, wo er tatsächlich benötigt wird.
Für deutsche Beobachter bietet SunZia einen interessanten Vergleichspunkt zur heimischen Energiewende: Auch in Deutschland kämpfen Windkraft- und Netzprojekte häufig mit langen Genehmigungsverfahren. Die Debatte über Bürokratieabbau und beschleunigte Planungsverfahren ist damit ein transatlantisches Thema – mit SunZia als mahnendem wie auch ermutigendem Beispiel zugleich.


