Suniva investiert 350 Millionen Dollar in Solarzellenwerk South Carolina
Der US-Solarhersteller Suniva baut eine neue Fabrik in South Carolina und steigert seine Kapazität auf 5,5 GW ab 2027.

Der US-amerikanische Solarzellenhersteller Suniva plant eine Investition von 350 Millionen Dollar in eine neue Produktionsanlage im Laurens County, South Carolina. Die Produktion soll Anfang 2027 anlaufen, die offizielle Eröffnung ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Mit dem neuen Werk schafft Suniva nach eigenen Angaben mehr als 550 Arbeitsplätze.
Die neue Fabrik stellt eine massive Erweiterung der Produktionskapazitäten dar. Nach vollständiger Inbetriebnahme steigt Sunivas Kapazität von derzeit 1 GW auf 5,5 GW. Das entspricht einer Verfünffachung der bisherigen Produktionsleistung und macht Suniva zu einem der bedeutendsten Solarzellenhersteller in den Vereinigten Staaten.
Mangel an US-Solarzellen treibt Nachfrage
„Was Solarzellen betrifft, herrscht in den USA ein Mangel", erklärte Suniva-Präsident Matt Card in einem Interview. „Wir haben einen ständigen Marktdruck nach immer mehr Kapazitäten erlebt, und diese Nachfrage war so hoch, dass sie unsere Möglichkeiten an unserem derzeitigen Standort überstieg." Die Zahlen der Solar Energy Industries Association unterstreichen diesen Befund: Die USA verfügen derzeit über eine Gesamtkapazität an Solarzellen von lediglich 3,2 GW, während die Modulkapazität bei 60 GW liegt. Das bedeutet, dass der Großteil der Solarzellen, die inländische Modulfabriken beliefern, heute noch importiert wird.
Suniva mit Sitz in Atlanta war 2024 das erste Unternehmen, das die kommerzielle US-Produktion von siliziumbasierten Solarzellen wieder aufnahm. Jahrelang hatte die Branche aufgrund der Konkurrenz durch preisgünstige Importe aus Asien weitgehend stillgestanden. Die Wiederaufnahme der heimischen Produktion markiert damit einen Wendepunkt für die amerikanische Solarindustrie.
Politischer Rückenwind durch US-Energiepolitik
In den USA hergestellte Solarmodule und deren Komponenten sind derzeit besonders stark gefragt. Neue US-Richtlinien schränken den Zugang zu staatlichen Steuergutschriften für saubere Energie für Fabriken in chinesischem Besitz sowie für Unternehmen ein, die deren Produkte verwenden. Diese politischen Rahmenbedingungen verschaffen heimischen Herstellern wie Suniva einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber asiatischen Anbietern.
Card gab zudem bekannt, dass ein erheblicher Teil der Fabrikproduktion bis 2030 bereits vorab verkauft wurde, ohne dabei konkrete Details zu nennen. Dies unterstreicht die hohe Nachfrage nach inländisch produzierter Solarkapazität und gibt dem Investitionsvorhaben eine solide wirtschaftliche Grundlage.
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Zur AktienanalyseWettbewerb im wachsenden US-Solarmarkt
Suniva ist nicht das einzige Unternehmen, das auf den wachsenden Bedarf an heimischen Solarzellen reagiert. Zu den weiteren Unternehmen, die inländische Zellkapazitäten betreiben oder planen, gehören:
- ES Foundry (in Privatbesitz, South Carolina)
- Qcells der Hanwha Corp (Georgia)
- T1 Energy (Texas)
- Canadian Solar (Indiana)
Die Investition von Suniva steht exemplarisch für einen breiteren Trend: Die USA bauen ihre heimische Solarproduktion gezielt aus, um die Abhängigkeit von asiatischen Importen zu reduzieren und die Energiewende mit inländischer Wertschöpfung voranzutreiben. Für deutsche Anleger, die den globalen Solarmarkt beobachten, verdeutlicht diese Entwicklung, wie stark politische Rahmenbedingungen die Standortentscheidungen der Branche beeinflussen.


