Sumitomo verkauft 54%-Beteiligung an Nickelprojekt Ambatovy in Madagaskar
Das japanische Handelshaus trennt sich nach Produktionsproblemen und einem verheerenden Zyklon von seiner Mehrheitsbeteiligung.

Die japanische Sumitomo Corp plant den Verkauf ihrer 54-prozentigen Mehrheitsbeteiligung am Nickelprojekt Ambatovy in Madagaskar. Das Handelshaus gab bekannt, die Transaktion in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres bis März 2027 abzuschließen. Ambatovy gilt als eines der weltweit größten Nickelabbau- und Veredelungsunternehmen.
Für den Verkauf erwartet Sumitomo eine finanzielle Belastung von rund 70 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 445 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen erklärte in einer offiziellen Mitteilung, dass dieser Aufwand teilweise durch eine Verringerung des Ertragsteueraufwands ausgeglichen werde. Die Entscheidung folgt einer eingehenden Überprüfung der Marktbedingungen.
Zyklon Gezani als entscheidender Auslöser
Das Projekt Ambatovy kämpfte zuletzt mit einer Serie schwerwiegender Produktionsprobleme. Kurz vor dem Auftreffen des Zyklons Gezani auf den Osten Madagaskars am 10. Februar wurde der Betrieb eingestellt. Seitdem war Sumitomo nach eigenen Angaben nicht in der Lage, das Projekt wieder hochzufahren.
Bereits vor dem Zyklon hatte Ambatovy mit erheblichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dazu zählten unter anderem Schäden an einer Erzpumpleitung sowie weitere Verarbeitungsprobleme. Die Häufung dieser Rückschläge dürfte die strategische Neubewertung der Beteiligung durch Sumitomo maßgeblich beschleunigt haben.
Veräußerung war bereits 2024 ein Thema
Die Verkaufsentscheidung kommt nicht vollständig überraschend. Sumitomo-Präsident Shingo Ueno hatte bereits in einem Interview mit Bloomberg News im Jahr 2024 signalisiert, dass das Unternehmen zunächst Verbesserungen an der Anlage plane und danach Optionen einschließlich einer Veräußerung prüfen werde. Der anhaltende Produktionsausfall nach dem Zyklon scheint diesen Prozess nun beschleunigt zu haben.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Rohstoffbeobachter ist der Schritt von Bedeutung, da Nickel ein zentrales Industriemetall für die Elektromobilität und die Batterieproduktion darstellt. Madagaskars Ambatovy-Projekt gehört zu den bedeutendsten Nickelquellen weltweit. Der Rückzug eines großen Investors wie Sumitomo unterstreicht die operativen Risiken, die mit dem Bergbau in tropischen Regionen verbunden sind – von Naturkatastrophen bis hin zu komplexen Verarbeitungsinfrastrukturen.
Sumitomo Corp ist eines der größten japanischen Handelshäuser und in zahlreichen Rohstoff- und Industrieprojekten weltweit engagiert. Der geplante Verkauf der Ambatovy-Beteiligung markiert einen klaren strategischen Rückzug aus einem Projekt, das über Jahre hinweg hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.


