Südkoreas Präsident Lee sieht Won-Erholung und KOSPI-Durchbruch
Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung erwartet eine deutliche Aufwertung des Won auf 1.400 pro Dollar innerhalb der nächsten zwei Monate. Zudem sieht er den KOSPI-Index auf dem Weg zur 5.000-Punkte-Marke.

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat sich optimistisch zur Entwicklung der heimischen Währung und des Aktienmarktes geäußert. In einer Pressekonferenz am Mittwoch prognostizierte er eine Aufwertung des Won und sieht weiteres Potenzial für den bereits stark gestiegenen Aktienindex.
Won-Erholung in Sicht
Die südkoreanischen Behörden rechnen damit, dass sich der Won in den kommenden ein bis zwei Monaten auf etwa 1.400 Won pro Dollar erholen wird. Nach Lees Äußerungen legte die Währung sofort zu und notierte bei 1.472,5 Won pro Dollar, nachdem sie zuvor mit 1.481,4 den schwächsten Stand seit Ende Dezember erreicht hatte. Ein lokaler Währungshändler berichtete, dass Marktteilnehmer ihre Long-Dollar-Positionen auflösten.
Lee räumte jedoch ein, dass inländische Maßnahmen allein nicht ausreichen würden, um die jüngste Abwertung umzukehren. Die Won-Schwäche korreliere teilweise mit dem japanischen Yen, wobei der Won im Vergleich besser abschneide. Die Behörden hatten seit Ende 2025 verschiedene Stützungsmaßnahmen ergriffen, da die Abwertung nicht den Wirtschaftsfundamentaldaten entspreche.
KOSPI auf dem Weg zur 5.000-Punkte-Marke
Präsident Lee ist überzeugt, dass der südkoreanische Aktienmarkt weiterhin unterbewertet ist. Der Leitindex KOSPI war 2025 mit einem Plus von 76% der weltbeste Performer und ist im Januar bereits um 15% gestiegen. Am Mittwoch notierte der Index bei etwa 4.880 Punkten.
Lee sieht den Index nun auf dem Weg zur 5.000-Punkte-Marke, angetrieben durch den KI-Boom und die starke Nachfrage nach Halbleitern. Die Rallye bei Chip- und Automobilunternehmen könnte sich dank des "unvorhersehbaren Umfangs" der KI-Entwicklung fortsetzen. Der Präsident betonte, dass Faktoren des sogenannten "Korea Discount" – wie nationale Sicherheitsrisiken, Unternehmensführung und Marktpraktiken – derzeit angegangen würden.
Gelassene Reaktion auf US-Zolldrohungen
Bezüglich möglicher US-Zölle von bis zu 100% auf Halbleiterimporte aus Südkorea und Taiwan zeigte sich Lee gelassen. Er argumentierte, dass eine derart hohe Importsteuer die Preise für Chip-Produkte in den USA stark erhöhen würde. Südkoreanische und taiwanesische Hersteller wie Samsung Electronics, SK Hynix und TSMC kontrollieren zusammen 80% bis 90% des Marktes.
Lee verwies darauf, dass Südkorea bereits durch ein Handelsabkommen mit den USA geschützt sei. Die Kosten würden wahrscheinlich an US-Verbraucher weitergegeben. Südkoreas Exporte erreichten 2025 einen Rekordwert von 709,4 Milliarden US-Dollar, wobei die Halbleiterlieferungen um 22% auf 173,4 Milliarden Dollar stiegen. Chip-Exporte in die USA machten 8% der gesamten Halbleiterexporte aus.
Nordkorea-Dialog und Innenpolitik
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Zur AktienanalyseLee informierte zudem über diplomatische Bemühungen zur Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Nordkorea und den USA. Er sieht einen Nutzen darin, wenn Nordkorea die Herstellung von Nuklearmaterial stoppt und die Entwicklung von Interkontinentalraketen einstellt. Ein vollständiger Verzicht auf das Atomwaffenprogramm sei jedoch unwahrscheinlich. Lee schätzt, dass Nordkorea jährlich genug Material für 10 bis 20 Atomwaffen produziert.
Innenpolitisch forderte der Präsident die strikte Trennung von Kirche und Staat. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass das Parlament die Einrichtung eines Sonderstaatsanwalts zur Untersuchung der Verstrickung der Vereinigungskirche in die Politik prüft.
Airwallex expandiert nach Südkorea
Unabhängig davon gab das Fintech-Unternehmen Airwallex die Übernahme des südkoreanischen Anbieters Paynuri bekannt. Die Akquisition ermöglicht es dem mit 8 Milliarden US-Dollar bewerteten Unternehmen, direkt in Südkorea tätig zu werden. Airwallex plant, seine globalen Geschäftskonten und Zahlungsdienste noch 2026 einzuführen und ein Team von etwa 20 Mitarbeitern aufzubauen.


