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Südkoreas Kospi rutscht kurz in Bärenmarkt-Territorium ab

Gewinnmitnahmen bei Chipwerten reißen Seouls Leitindex in die Tiefe und belasten asiatische Börsen insgesamt.

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Südkoreas Kospi rutscht kurz in Bärenmarkt-Territorium ab

Südkoreas Aktienmarkt ist kurzzeitig in ein Bärenmarkt-Territorium abgerutscht und hat dabei die asiatischen Börsen mit nach unten gezogen. Auslöser waren massive Gewinnmitnahmen bei den schwergewichteten Chipherstellern, die zuvor von der KI-getriebenen Nachfrage stark profitiert hatten. Die Rallye im Bereich der Künstlichen Intelligenz legte damit eine deutliche Atempause ein.

Der Kospi-Index verlor direkt nach Handelsbeginn zeitweise bis zu 8,2 Prozent. Damit unterschritt er kurzzeitig die Schwelle zum Bärenmarkt – definiert als ein Rückgang von mindestens 20 Prozent gegenüber dem jüngsten Hoch. Südkorea zählt in diesem Jahr eigentlich zu den weltweit am besten performenden Aktienmärkten, was den Ausverkauf umso bemerkenswerter macht.

Chipriesen Samsung und SK Hynix unter Druck

Im Mittelpunkt des Kursrutsches standen die beiden Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix. Samsung-Aktien brachen um 6,9 Prozent ein, SK Hynix verloren 6,1 Prozent. Zusammen machen die beiden Unternehmen mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung des Kospi aus – ihre Kursbewegungen haben damit überproportionalen Einfluss auf den Gesamtindex.

Besonders pikant: Samsung hatte noch vor Handelsbeginn eine 19-fache Steigerung seines Betriebsgewinns für das zweite Quartal prognostiziert. Das Signal, dass sich die rekordverdächtige, KI-getriebene Gewinnserie des Konzerns fortsetzt, reichte den Anlegern offenbar nicht aus, um weitere Käufe zu rechtfertigen. Samsung-Aktien haben in diesem Jahr bisher eine Rallye von fast 150 Prozent verzeichnet – ein Niveau, das Gewinnmitnahmen geradezu einlädt.

Anleger warten auf Beweise für nachhaltige KI-Nachfrage

Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets, benennt die Kernfrage, die Investoren derzeit umtreibt: Damit die Gewinne weiter ausgebaut werden könnten, benötigten Anleger „eine zuversichtliche Prognose, dauerhafte Preismacht und den Beweis, dass sich die KI-Nachfrage weiter beschleunigt". Die entscheidende Frage sei dabei, „ob der heutige Speicherengpass zum Überkapazitätsrisiko von morgen wird".

Diese Sorge ist im Halbleitersektor nicht neu. Die Branche ist bekannt für ihre zyklischen Boom-and-Bust-Phasen: Auf Phasen enormer Nachfrage folgen regelmäßig Überkapazitäten und Preisverfall. Anleger fragen sich nun, ob der aktuelle KI-Boom struktureller Natur ist oder ob sich Geschichte wiederholt.

Der Rücksetzer in Seoul verdeutlicht, wie empfindlich die globalen Märkte auf Stimmungsumschwünge im KI-Sektor reagieren. Chiphersteller weltweit – von Taiwan bis in die USA – sind eng miteinander verknüpft, und Bewegungen in Seoul strahlen schnell auf andere Börsenplätze aus. Für deutsche Anleger, die über ETFs oder Einzelwerte in asiatische Technologieaktien investiert sind, ist die Entwicklung ein Warnsignal für die Volatilität, die mit hochbewerteten Wachstumstiteln einhergeht.

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