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Südkoreas Kospi bricht ein und löst zweiten Handelsstopp aus

KI-Bewertungssorgen erschüttern den weltweit besten Markt des Jahres mit einem Kurssturz von über 8 Prozent.

Südkoreas Kospi bricht ein und löst zweiten Handelsstopp aus

Südkoreanische Aktien sind am Freitag um mehr als 8% eingebrochen und haben damit die Regulierungsbehörden dazu veranlasst, den Handel zum zweiten Mal in dieser Woche auszusetzen. Der Leitindex Kospi stürzte am Freitagnachmittag um 8,1% ab und machte damit sämtliche Gewinne vom Vortag zunichte. Damit traf es ausgerechnet den Markt, der in diesem Jahr weltweit die beste Performance erzielt hatte.

Im Mittelpunkt des Ausverkaufs standen die Chiphersteller SK Hynix und Samsung Electronics. Die beiden Schwergewichte liefern sich ein Duell um den Titel des wertvollsten Unternehmens Südkoreas und machen zusammen mehr als 50% der Marktkapitalisierung des Kospi aus. SK Hynix, ein wichtiger Zulieferer des US-Chipkonzerns Nvidia, brach um 9,2% ein, während Samsung Electronics um 7,7% nachgab.

Sorgen um KI-Bewertungen als Auslöser

Anleger zeigten sich zunehmend besorgt, dass das rasante Gewinnwachstum der Chiphersteller, die die KI-Industrie beliefern, seinen Höhepunkt erreicht haben könnte. Diese Nervosität über die Bewertungen von Unternehmen, die vom Boom der künstlichen Intelligenz profitieren, gilt als zentraler Auslöser der heftigen Kursverluste. Die Volatilität war zuletzt so extrem, dass Analysten die Kursschwankungen mit denen von Meme-Aktien verglichen.

Zusätzlich belastete eine Meldung rund um Apple den Markt: Der iPhone-Konzern hob am frühen Donnerstagmorgen die Preise für seine Macs und iPads an. Investoren befürchten, dass höhere Gerätepreise die Nachfrage nach Chips drosseln könnten – ein Signal, das in einem von Halbleiterunternehmen dominierten Markt wie Südkorea besonders schwer wiegt.

Einige Analysten machten für die Schwere der Kursverluste auch die ausufernde Spekulation von Privatanlegern und Tradern verantwortlich, die Fremdkapital einsetzen, um ihre Wetten zu verstärken. Dieser sogenannte Hebeleinsatz kann in fallenden Märkten Verkaufswellen erheblich verstärken und zu überschießenden Kursrückgängen führen.

Ausverkauf erfasst ganz Asien

Der Einbruch blieb nicht auf Südkorea beschränkt. Der japanische Leitindex Nikkei gab um 4,8% nach und wurde dabei von einem Kurssturz der SoftBank Group angeführt, die als Stellvertreter für den KI-Sektor gilt. Die SoftBank-Aktie verlor 13% an Wert. Damit weitete sich der Ausverkauf auf andere asiatische Märkte aus, die von großen Halbleiterunternehmen geprägt sind und in diesem Jahr aufgrund des KI-Booms Rekordhochs erreicht hatten.

Zusätzlichen Druck auf die Stimmung übte ein Medienbericht aus, wonach der ChatGPT-Entwickler OpenAI eine Verschiebung seines mit Spannung erwarteten Börsengangs in Erwägung zieht. Analysten verwiesen auf diese Meldung als weiteren belastenden Faktor für den gesamten KI-Sektor in Asien.

Als Reaktion auf die hohe Volatilität setzten die südkoreanischen Aufsichtsbehörden den Handel erneut kurzzeitig aus, um den Markt zu stabilisieren. Solche Handelsstopps – auch als Circuit Breaker bekannt – sind ein regulatorisches Instrument, das bei extremen Kursbewegungen greift und Panikverkäufe bremsen soll. Dass dieser Mechanismus innerhalb einer einzigen Handelswoche gleich zweimal ausgelöst wurde, unterstreicht die außergewöhnliche Nervosität an den asiatischen Kapitalmärkten.

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