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Südkoreas Kospi bricht ein: Ausländer verkaufen Aktien für 13 Milliarden Dollar

Massive Kapitalabflüsse ausländischer Investoren treiben die Volatilität am südkoreanischen Aktienmarkt auf nahezu Rekordhöhen.

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Südkoreas Kospi bricht ein: Ausländer verkaufen Aktien für 13 Milliarden Dollar

Die Volatilität am südkoreanischen Aktienmarkt ist am Montag auf nahezu Rekordhöhen gestiegen. Auslöser war ein massiver Ausverkauf durch ausländische Investoren, die in der vergangenen Woche lokale Aktien im Wert von 13,2 Milliarden US-Dollar abgestoßen hatten. Der Kospi fiel im frühen Handel um bis zu 4 Prozent und weitete damit den Einbruch vom Freitag um weitere 6 Prozent aus.

Der Kospi-Volatilitätsindex stieg am Montag um 2,56 Prozent und näherte sich damit den Höchstständen von Anfang März. Goldman Sachs beschrieb den jüngsten Rückgang als ein Ereignis, das „die wöchentlichen Gewinne angesichts des Trump-Xi-Gipfels und starker ausländischer Abflüsse zunichtegemacht" habe. Die Trendwende trifft den Markt zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt: In der Vorwoche hatte der Kospi erstmals die Marke von 8.000 Punkten überschritten.

Zweitgrößter wöchentlicher Kapitalabfluss aus Asien seit Aufzeichnungsbeginn

Ausländische Investoren zogen in der vergangenen Woche rund 17 Milliarden US-Dollar aus den asiatischen Schwellenländern – ohne China – ab. Laut Goldman Sachs markiert dies den zweitgrößten wöchentlichen Abfluss seit Beginn der Aufzeichnungen. Südkorea trug mit Abflüssen von 13,2 Milliarden Dollar den Löwenanteil, gefolgt von Taiwan mit 2,5 Milliarden Dollar.

Die südkoreanische Börse reagierte auf die heftigen Kursverluste mit einer vorübergehenden Handelsunterbrechung. Der sogenannte „Sidecar"-Mechanismus wurde aktiviert, nachdem die Kospi-200-Futures um 5 Prozent eingebrochen waren. Dieser automatische Schutzmechanismus unterbrach den Programmhandel für fünf Minuten, um die Marktvolatilität zu dämpfen.

Citigroup warnt vor Überhitzung – sieht aber weiter Potenzial

Strategen der Citigroup erklärten, der koreanische Markt erscheine nun „deutlich stärker überkauft als der US-Markt". Dies veranlasste die Bank, ihr Engagement in ihrem bullishen Korea-Trade zu reduzieren. Die Citi verwies dabei auf wachsende Warnsignale für einen „Übermut" lokaler Privatanleger.

Südkoreanische Privatanleger haben sich in diesem Jahr als wichtige Käufergruppe am heimischen Aktienmarkt etabliert. Sie investieren häufig über Margin-Handel und gehebelte börsengehandelte Fonds (ETFs). Goldman Sachs schätzte, dass diese Gruppe in der vergangenen Woche allein Aktien im Wert von 14,1 Milliarden Dollar kaufte – und damit die ausländischen Verkäufe nahezu vollständig auffing.

Dennoch sehen beide Banken weiterhin Potenzial für eine Fortsetzung der Rally. Die Citi gab an, lediglich Gewinne auf die Hälfte ihres Korea-Trades mitzunehmen – und nicht vollständig auszusteigen. Als Grund nannte die Bank die Erwartung, dass Südkorea zu den größten Profiteuren passiver Zuflüsse im Zuge der anstehenden Neugewichtung des Indexanbieters MSCI gehören werde.

Globale Faktoren erhöhen den Druck auf Schwellenmärkte

Im Hintergrund wirken zunehmend globale Risikofaktoren. Die Citi verwies auf einen „Ausbruch bei den Renditen am langen Ende" weltweit. Sowohl die Renditen japanischer Staatsanleihen als auch britischer Gilts stiegen deutlich an – getrieben von Sorgen über anhaltende Inflation und höhere Ölpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt.

Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Besorgnis, dass steigende globale Anleiherenditen und geopolitische Spannungen beginnen, einige der zuletzt am stärksten performenden Aktienmärkte Asiens unter Druck zu setzen. Für deutsche Anleger mit Exposure in asiatischen Schwellenländer-ETFs oder Korea-spezifischen Fonds sind die Entwicklungen ein Signal, die Risikoparameter genau im Blick zu behalten.

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