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Südkoreas Chipsektor treibt Wirtschaft: DRAM-Preise steigen um 40 Prozent

Halbleiterexporte machen 2026 ein Drittel aller Ausfuhren aus – längster Boom seit Jahrzehnten.

Südkoreas Chipsektor treibt Wirtschaft: DRAM-Preise steigen um 40 Prozent

Südkoreas Halbleiterindustrie entwickelt sich zum dominierenden Wachstumstreiber der Wirtschaft. Laut BofA Securities werden Chips im Jahr 2026 voraussichtlich 30 Prozent der gesamten Exporte ausmachen. Der preisgetriebene Superzyklus geht damit in sein drittes Jahr – eine Entwicklung, die es in dieser Länge seit Jahrzehnten nicht mehr gab.

Die Zahlen unterstreichen die Dynamik: Im Jahr 2025 stiegen die Halbleiterexporte um 22 Prozent und trugen allein 4,6 Prozentpunkte zum gesamten Exportwachstum von 3,8 Prozent bei. Anfang Januar beschleunigte sich das Wachstum der Chipexporte im Jahresvergleich sogar auf 70,2 Prozent – das schnellste Tempo seit 2017.

Verantwortlich für den Boom sind vor allem stark steigende DRAM-Preise. Diese Speicherchips, die in Servern und KI-Systemen zum Einsatz kommen, verteuerten sich seit Jahresbeginn um 20 bis 30 Prozent. BofA-Analysten prognostizieren für 2026 ein Wachstum der weltweiten DRAM-Umsätze um 60 Prozent, nach bereits 50 Prozent im Vorjahr.

Längster Aufschwung seit Jahrzehnten

Die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM-Chips sollen in diesem Jahr um 40 Prozent steigen. Das folgt auf Zuwächse von 62 Prozent im Jahr 2024 und 26 Prozent im Jahr 2025. Der aktuelle Aufschwungzyklus, der in der zweiten Jahreshälfte 2023 begann, übertrifft damit alle früheren Zyklen der vergangenen Dekade, die typischerweise nur zwei Jahre andauerten.

Der Halbleiter-Boom füllt auch die Staatskassen. Die Steuereinnahmen stiegen zwischen Januar und Oktober 2025 um 12,6 Prozent auf 331 Billionen Won (umgerechnet 246 Milliarden Dollar). Besonders deutlich legten die Einnahmen aus Körperschaft- und Einkommensteuer zu: Sie schossen um 22 Prozent auf 185 Billionen Won hoch, verglichen mit 152 Billionen Won im Vorjahr.

Spielraum für zusätzliche Ausgaben

Die verbesserte Haushaltslage könnte das für 2026 prognostizierte Defizit von 4,0 Prozent des BIP deutlich reduzieren. BofA Securities sieht darin potenziell mehr Spielraum für zusätzliche Ausgaben in Forschung und Entwicklung sowie soziale Wohlfahrt. Auch der südkoreanische Won profitiert von den starken Exportzahlen.

Allerdings wächst mit der Dominanz des Chipsektors auch das Konzentrationsrisiko für die Gesamtwirtschaft. Südkorea macht sich zunehmend abhängig von einem einzigen Industriezweig, dessen Zyklen historisch volatil waren. Die Frage ist, wie lange der aktuelle Superzyklus noch anhält und ob die Regierung die guten Jahre nutzt, um die Wirtschaft breiter aufzustellen.

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