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Südkoreanischer Won unter Druck: BofA warnt vor steigenden Auslandsinvestitionen

Die Bank of America sieht den Won trotz starkem Handelsüberschuss durch wachsende koreanische Direktinvestitionen im Ausland belastet.

Südkoreanischer Won unter Druck: BofA warnt vor steigenden Auslandsinvestitionen

Die Bank of America warnt vor zunehmendem Druck auf den südkoreanischen Won. Trotz eines starken Handelsüberschusses, der durch den laufenden Halbleiterzyklus gestützt wird, belasten steigende Direktinvestitionen im Ausland die koreanische Währung erheblich. Die Analysten der US-Großbank sehen in diesem Trend eine bislang wenig diskutierte, aber bedeutende Quelle für Währungsschwäche.

Koreas Direktinvestitionen im Ausland stiegen im Jahr 2025 auf 72 Milliarden US-Dollar. Dabei ist eine klare Verschiebung hin zu entwickelten Märkten erkennbar: Die Vereinigten Staaten haben sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Zielmarkt entwickelt, während auch die Investitionen in Europa zunahmen. Gleichzeitig gingen die Investitionen in China strukturell zurück, und die ASEAN-Staaten etablierten sich als alternative Destination.

Struktur der koreanischen Auslandsinvestitionen

Bemerkenswert ist die sektorale Zusammensetzung der Auslandsengagements: Das verarbeitende Gewerbe machte weniger als ein Viertel der gesamten Auslandsinvestitionen aus, während die Bereiche Finanzen und Versicherungen dominierten. Dieser Befund unterstreicht, dass es sich nicht allein um industrielle Verlagerungen handelt, sondern um eine breite Diversifizierung koreanischer Kapitalströme ins Ausland.

Die Bank of America erwartet jedoch, dass die Investitionen im verarbeitenden Gewerbe in Richtung USA künftig stark ansteigen werden. Hintergrund ist das im vergangenen Jahr unterzeichnete US-koreanische Investitionsabkommen. Die zugesagten jährlichen Investitionen entsprechen dabei etwa 80 Prozent der bisherigen jährlichen koreanischen Direktinvestitionen in den USA – und dem Vierfachen der derzeitigen Investitionen im verarbeitenden Gewerbe. Das Volumen ist damit erheblich.

Als Vergleichsmaßstab verweist die BofA auf jüngste japanische Investitionsankündigungen in den USA. Diese bieten laut Bank einen Anhaltspunkt für den potenziellen Umfang und den Zeitplan koreanischer Projekte. Die Analysten gehen davon aus, dass die Vorhaben schrittweise vorgestellt werden und die Finanzierungsquellen über reines Eigenkapital hinausgehen dürften.

Kapitalbilanz und Won-Schwäche

Zwar hat Südkorea in den vergangenen Jahren auch erhebliche ausländische Direktinvestitionen ins Land gezogen. Die Bank of America hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass diese Zuflüsse das sich ausweitende Defizit bei den Direktinvestitionen vollständig ausgleichen können. Das strukturelle Ungleichgewicht bleibt damit bestehen.

Zusammen mit anhaltenden Portfolioabflüssen übt dieser Trend weiteren Druck auf die koreanische Kapitalbilanz aus. Die BofA identifiziert Portfolioabflüsse als den Haupttreiber der Won-Schwäche, während Direktinvestitionen im Ausland als zusätzliche, aber weniger beachtete Belastungsquelle hinzukommen. Für Anleger, die in koreanische Aktien oder den Won investiert sind, ist dieser strukturelle Gegenwind ein wichtiger Faktor bei der Risikoeinschätzung.

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