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Südkorea verschärft Kontrolle über ausländische Private-Debt-Investments

Die südkoreanische Finanzaufsicht FSS reagiert auf globale Regulierungsbedenken und nimmt Pensionsfonds sowie Banken stärker ins Visier.

Südkorea verschärft Kontrolle über ausländische Private-Debt-Investments

Südkorea verstärkt die Überwachung von Investitionen heimischer Pensionsfonds und Banken in ausländische Private-Credit-Anlagen. Die Finanzaufsichtsbehörde FSS (Financial Supervisory Service) gab dies am Dienstag bekannt – vor dem Hintergrund wachsender Bedenken von Regulierungsbehörden weltweit gegenüber der boomenden Private-Credit-Branche.

Das ausstehende Volumen an Private-Credit-Investitionen südkoreanischer Pensionsfonds und staatlich kontrollierter Vorsorgefonds ist zuletzt stark gestiegen. Per Ende Februar legte es um 55,3 Prozent auf 25,4 Billionen Won (umgerechnet rund 16,86 Milliarden US-Dollar) zu – verglichen mit 16,3 Billionen Won im Jahr 2023. Dieses deutliche Wachstum unterstreicht, wie stark institutionelle Anleger in Südkorea auf alternative Anlageklassen setzen.

Auch lokale Finanzinstitute sind erheblich engagiert. Brokerhäuser, Versicherer und Kreditgenossenschaften hielten per Februar zusammen Private-Credit-Positionen im Wert von rund 30,5 Billionen Won. Der Großteil des südkoreanischen Engagements entfällt dabei auf Forderungen in den Vereinigten Staaten oder Europa.

Technologiesektor im Fokus

Während lokale Banken nur ein begrenztes Engagement in Krediten mit Bezug zum Technologiesektor aufweisen, halten staatliche Fonds einen Anteil von 21,8 Prozent in diesem Bereich. Dies ist vor allem deshalb relevant, weil wohlhabende Investoren weltweit zuletzt verstärkt Gelder aus einer populären Kategorie von Private-Credit-Fonds abgezogen haben – aus Sorge, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Branche disruptieren könnte.

Die Ankündigung der FSS fällt in eine Zeit globaler Regulierungsoffensiven gegenüber dem rund 3,5 Billionen US-Dollar schweren Private-Credit-Markt. Zuletzt berichtete die Financial Times, dass die britische Großbank HSBC einen vier Milliarden US-Dollar umfassenden Plan zur Investition in eigene Private-Credit-Fonds gestoppt habe. Solche Entwicklungen verdeutlichen, dass auch etablierte Finanzinstitute die Risiken dieser Anlageklasse neu bewerten.

Risiko laut FSS beherrschbar

Trotz der verschärften Aufsicht stuft die FSS das aktuelle Investitionsrisiko als „beherrschbar" ein. Die Liquiditätsrisiken seien nicht allzu hoch, so die Behörde. Das Engagement südkoreanischer Finanzunternehmen in Private-Credit-Produkten mache weniger als ein Prozent ihres gesamten Vermögens aus – staatliche Fonds wiesen ein ähnliches Risikoniveau auf.

Ein weiterer stabilisierender Faktor: Die koreanischen Fonds sind laut FSS zumeist als geschlossene Fonds strukturiert. Das bedeutet, dass Anleger vor der Fälligkeit keine Rücknahmen verlangen können. Dies reduziert das Risiko plötzlicher Liquiditätsabflüsse, wie sie bei offenen Fonds in Stressphasen auftreten können.

Die Aufsichtsbehörde kündigte an, die Situation unter Berücksichtigung des Markttrends vorerst genau zu beobachten. Private Debt – also Kredite, die nicht über öffentliche Kapitalmärkte, sondern direkt zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer vergeben werden – hat sich in den vergangenen Jahren weltweit als bedeutende Anlageklasse für institutionelle Investoren etabliert. Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in Südkorea ein weiteres Signal, dass Regulierungsbehörden rund um den Globus die Risiken in diesem Segment zunehmend kritisch beäugen.

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