Südkorea startet 24-Stunden-Won-Handel für MSCI-Aufstieg
Seoul weitet den Devisenhandel auf rund um die Uhr aus – ein historischer Schritt zur Modernisierung der Kapitalmärkte.

Südkorea hat am Montag den 24-Stunden-Handel des Won gegenüber dem US-Dollar eingeführt. Dies stellt eine der bedeutendsten Reformen des südkoreanischen Devisenmarktes seit Jahrzehnten dar. Ziel ist es, die Marktzugänglichkeit für internationale Investoren zu verbessern und die Bewerbung um eine Aufnahme in den MSCI Developed Markets Index zu stärken.
Die erweiterten Handelszeiten ermöglichen es dem Onshore-Won-Dollar-Markt, nahezu rund um die Uhr zu operieren. Damit nähert sich Südkorea den großen globalen Devisenmärkten an. Ausländische Investoren können die Währung künftig auch außerhalb der asiatischen Geschäftszeiten handeln – ein entscheidender Vorteil für institutionelle Anleger weltweit.
Wichtiger Schritt Richtung Developed Markets
Die Reform ist ein zentraler Bestandteil der Bemühungen Seouls, eine Hochstufung in den MSCI Developed Markets Index zu erreichen. Der Indexanbieter hatte die Beschränkungen auf dem südkoreanischen Devisenmarkt lange als wesentliches Hindernis für eine Neuklassifizierung des Landes genannt. Die Verlängerung der Handelszeiten gehörte ausdrücklich zu den empfohlenen Maßnahmen, um die Zugänglichkeit für internationale Anleger zu verbessern.
Bislang war der Onshore-Handel zwischen Dollar und Won weitgehend auf lokale Geschäftszeiten beschränkt. Dies zwang viele ausländische Investoren dazu, sich auf sogenannte Offshore-Non-Deliverable-Forwards (NDFs) zu verlassen, um ihr Währungsrisiko zu steuern. NDFs sind Terminkontrakte, die außerhalb des Heimatmarktes abgewickelt werden und für internationale Anleger mit zusätzlichen Kosten und Risiken verbunden sind.
Die neue Nachtsitzung wird von ausgewiesenen inländischen Kreditinstituten sowie internationalen Banken unterstützt, die für die Teilnahme am lokalen Devisenmarkt registriert sind. Die südkoreanischen Behörden erwarten, dass sich die Liquidität in diesem Segment allmählich aufbauen wird, sobald mehr ausländische Institutionen dem Markt beitreten. Parallel dazu hat die Regierung im Rahmen des umfassenden Reformpakets auch die Anforderungen für den Marktzugang ausländischer Investoren gelockert.
Won zum Wochenstart unter Druck
Am Montag notierte der Won schwächer: Das Währungspaar USD/KRW stieg um 0,3 Prozent. Die Währung hatte sich zuvor Ende der vergangenen Woche von ihrem schwächsten Stand gegenüber dem Dollar seit 2009 erholt. Diese Erholung stand im Zusammenhang mit Medienberichten, wonach sich die südkoreanischen Behörden auf Währungsströme im Zusammenhang mit dem geplanten ADR-Angebot von SK Hynix vorbereiteten.
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Zur AktienanalyseDer südkoreanische Leitindex KOSPI hat in diesem Jahr bereits mehr als 30 Prozent zugelegt und gehört damit zu den asiatischen Aktienmärkten mit der besten Performance. Angetrieben wird der Anstieg von KI-getriebenen Gewinnen bei schwergewichtigen Chipherstellern sowie von Optimismus über Reformen der Unternehmensführung im Land.
Die Verantwortlichen in Seoul hoffen, dass der erleichterte Zugang zum Devisenmarkt die Attraktivität Südkoreas für globale Investoren weiter steigern und die Argumente für eine Neuklassifizierung durch MSCI zusätzlich stärken wird. Für deutsche und europäische Anleger, die in südkoreanische Aktien oder Fonds mit Korea-Exposure investiert sind, könnte eine MSCI-Hochstufung mittelfristig zu erhöhten Kapitalzuflüssen und einer verbesserten Marktliquidität führen.


