Südkorea plant Dollar-Anleihen für weltgrößten Pensionsfonds NPS
Nationale Pensionsfonds soll noch 2025 erstmals Fremdwährungsanleihen emittieren – Reaktion auf Won-Schwäche

Südkoreas Regierung treibt die Pläne zur Emission von Dollar-Anleihen durch den Nationalen Pensionsfonds (NPS) voran. Vizeministerin Seuran Lee äußerte gegenüber Reuters die Hoffnung, dass die Emission noch vor Jahresende erfolgen könne. "Je früher, desto besser. Es wäre ideal, dies bis Ende dieses Jahres zu tun, sofern die Überarbeitung der relevanten Gesetze zügig erfolgt", erklärte die Erste Vizeministerin für Gesundheit und Wohlfahrt.
Der NPS ist mit einem Volumen von 1.437,9 Billionen Won (umgerechnet 992,24 Milliarden Dollar) der drittgrößte Pensionsfonds weltweit. Die geplante Emission von Fremdwährungsanleihen wäre ein Novum für den südkoreanischen Staatsfonds. Hintergrund ist die anhaltende Schwäche der Landeswährung Won, die seit Mitte 2025 rund 7 Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren hat.
Die Währungsturbulenzen setzen den Fonds unter Druck, seine Devisenportfolios effizienter zu verwalten. Um den Won zu stützen, hat der NPS bereits US-Dollar auf dem Devisentermingeschäftsmarkt verkauft. Nach Lees Äußerungen erholte sich der Won zunächst, notierte am Dienstag aber dennoch 0,2 Prozent schwächer bei 1.449,8 Won pro Dollar.
Vorbild Kanada als strategisches Modell
Bei der Ausgestaltung der Anleiheemission orientiert sich Südkorea am Canada Pension Plan Investment Board. "Es wäre sinnvoll, dafür eine Obergrenze festzulegen, als Anteil am Umfang der Auslandsinvestitionen des Fonds", erläuterte Lee. Die auf US-Dollar lautenden Vermögenswerte des NPS könnten dabei als Sicherheit dienen. "Da es Anleihen verkauft, handelt es sich zwar um eine Hebelwirkung, aber wir können gegen die Vermögenswerte des Fonds Kredite aufnehmen", so die Vizeministerin.
Der Pensionsfonds führt derzeit eine Machbarkeitsstudie zur erstmaligen Emission durch. Parallel wartet die Regierung auf die Änderung des Pensionsgesetzes durch die Nationalversammlung. Details wie das konkrete Emissionsvolumen stehen noch nicht fest.
Neuausrichtung der Anlagestrategie
Die Dollar-Anleihen sind Teil einer umfassenderen strategischen Neuausrichtung. Das Wohlfahrtsministerium senkte vergangene Woche das Jahresendziel für ausländische Aktien von 38,9 auf 37,2 Prozent. Gleichzeitig wurde das Ziel für inländische Aktien angehoben. Der südkoreanische KOSPI-Index legte 2024 um beeindruckende 76 Prozent zu – der größte Sprung seit 1999.
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Zur Aktienanalyse"Wir haben den Umfang der Auslandsinvestitionen für dieses Jahr aufgrund des Drucks auf den Devisenmarkt reduziert, aber wenn wir Fremdwährungsanleihen emittieren können, wird dieses Problem bis zu einem gewissen Grad gelöst", erklärte Lee. Die Strategie ziele darauf ab, einen Mittelweg zu finden, der die Finanzmärkte nicht zu stark belaste, aber gleichzeitig die Renditen schütze.
Ein weiterer Faktor ist Seouls Zusage, im Rahmen eines Handelsabkommens mit Washington 350 Milliarden Dollar in US-Industrien zu investieren. Die Sorge vor zusätzlichen Kapitalabflüssen und einer weiteren Won-Schwächung erschwert diese Pläne. Am Donnerstag soll ein vierseitiges Konsultationsgremium aus Wohlfahrtsministerium, NPS, Finanzministerium und Zentralbank erstmals offiziell zusammenkommen, um die Stabilität des Finanzmarktes zu erörtern.

