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Südkorea plant Billionen-Investition in Chips und Künstliche Intelligenz

Seoul will mit rund 1 Billion US-Dollar die Halbleiter- und KI-Kapazitäten massiv ausbauen und ländliche Regionen stärken.

Südkorea plant Billionen-Investition in Chips und Künstliche Intelligenz

Südkorea hat ein gewaltiges Investitionsprogramm in Höhe von rund 1 Billion US-Dollar (umgerechnet etwa 760 Milliarden Pfund) angekündigt. Das Geld soll in den kommenden Jahren in die Chipproduktion und die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) fließen. Präsident Lee Jae-myung stellte die Pläne am Montag im Rahmen einer Fernsehveranstaltung vor – gemeinsam mit den Führungskräften der beiden größten südkoreanischen Chiphersteller Samsung und SK Hynix.

Das Programm trägt den Namen „Drei Mega-Projekte" und umfasst drei strategische Schwerpunkte: neue Zentren für die Chipproduktion, den Aufbau von Rechenzentren sowie die Förderung von Robotik-Technologie. Ein zentrales Ziel ist dabei die wirtschaftliche Belebung von Regionen außerhalb der Hauptstadt Seoul, wo bislang der Großteil der fortschrittlichen Industrie des Landes konzentriert ist. Samsung und SK Hynix sollen demnach ein Halbleiterfertigungszentrum im Südwesten des Landes errichten.

Überlebensfrage für Südkorea

Präsident Lee betonte die strategische Dringlichkeit des Vorhabens in ungewöhnlich deutlichen Worten. „Wir müssen uns die Kernelemente der KI schneller sichern als jedes andere Land", sagte er. „Halbleiter, physische KI und KI-Rechenzentren bilden die dreifache Achse für einen großen Sprung nach vorne." In einer vorangegangenen Erklärung hatte Lee das Projekt sogar als eine Frage des „Überlebens" für das Land bezeichnet – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich.

Dabei geht es Lee nicht nur um technologische Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch um soziale Gerechtigkeit. „Wir müssen diesen langjährigen Kreislauf aus Diskriminierung und Marginalisierung nun durchbrechen – nicht nur um der Gerechtigkeit und Fairness willen, sondern auch, um ein nachhaltiges und integratives Wachstum zu gewährleisten", schrieb er. Die starke Konzentration der Industrie in Seoul habe ländliche Gebiete über Jahrzehnte benachteiligt.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit intensiven globalen Wettbewerbs um Halbleiterkapazitäten. Regionale Rivalen wie Taiwan, China und Japan investieren massiv in Chipfabriken und verwandte Technologien, angetrieben durch den weltweiten KI-Boom. Auch westliche Technologiegiganten pumpen enorme Summen in die KI-Infrastruktur: Google, Amazon und Meta haben angekündigt, allein in diesem Jahr zusammen 650 Milliarden US-Dollar in diese Technologie zu investieren.

Samsung und SK Hynix als Hauptprofiteure

Samsung und die SK Group – zu deren Kunden unter anderem der KI-Chip-Riese Nvidia zählt – gehören zu den größten Nutznießern des globalen KI-Investitionsbooms. Die Börsenbewertung von SK Hynix überstieg im Mai die Marke von 1 Billion US-Dollar, getrieben durch die explodierende Nachfrage nach Chips für KI-Rechenzentren. Beide Unternehmen stehen damit im Zentrum eines der bedeutendsten Technologietrends der Gegenwart.

Die rasant steigende Nachfrage nach KI-Chips hat inzwischen zu einer weltweiten Knappheit an Halbleitern geführt und die Preise deutlich in die Höhe getrieben. Apple und Microsoft haben in der vergangenen Woche die Preise für einige ihrer Geräte aufgrund höherer Komponentenkosten angehoben. Für Verbraucher und Unternehmen weltweit macht sich der Chip-Boom damit zunehmend direkt bemerkbar.

Nicht alle Marktteilnehmer blicken jedoch uneingeschränkt optimistisch auf den KI-Investitionsboom. Einige Investoren haben Bedenken hinsichtlich der enormen Summen geäußert, die in den Bereich KI fließen. Dies hat in den vergangenen Tagen zu Kursverlusten bei einigen Aktien geführt und zeigt, dass der Markt die langfristige Rentabilität der massiven Ausgaben noch kritisch bewertet.

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