Südkorea drängt Banken zu schärferen Kontrollen bei Won-Schwäche
Der südkoreanische Won fiel auf den schwächsten Stand seit 2009 – nun reagieren die Behörden mit Notfallsitzung und Inspektionsandrohungen.

Die südkoreanischen Finanzbehörden haben die Banken des Landes aufgefordert, ihre Maßnahmen gegen „spekulatives, marktstörendes Verhalten" zu verschärfen. Hintergrund ist der drastische Kursverfall des südkoreanischen Won, der auf den schwächsten Stand seit 2009 gesunken ist. Als Auslöser gelten eskalierende Spannungen im Nahen Osten sowie Spekulationen über eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve noch vor Jahresende.
Der Financial Supervisory Service (FSS), die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde, berief am Montag eine Dringlichkeitssitzung ein. Daran nahmen Vertreter der Bank of Korea sowie Führungskräfte der größten inländischen Kreditinstitute teil – darunter die KB Kookmin Bank, die Shinhan Bank, die Hana Bank und die Woori Bank. Auch die koreanischen Niederlassungen der internationalen Großbanken HSBC und Standard Chartered waren bei dem Treffen vertreten.
Inspektionen und strenge Maßnahmen angekündigt
Laut einer offiziellen Mitteilung werden die Bank of Korea und der FSS gemeinsam Inspektionen durchführen. Im Bedarfsfall sollen strenge Maßnahmen ergriffen werden. Die Behörden warnten ausdrücklich vor Gewinnmitnahmen, die gezielt die Schwäche des Won ausnutzen – ein klares Signal an Marktteilnehmer, die auf weiteren Kursverfall spekulieren.
Ein besonderer Fokus der Sitzung lag auf dem Handel mit sogenannten Offshore-Non-Deliverable-Forwards, kurz NDF. Dabei handelt es sich um Devisenterminkontrakte, die außerhalb Südkoreas gehandelt werden und nicht durch tatsächliche Währungslieferung erfüllt werden. Die Teilnehmer erörterten die Notwendigkeit, die Auswirkungen dieses NDF-Handels auf den heimischen Devisenmarkt genau zu analysieren. Der FSS betonte, dass er die beteiligten Banken um aktive Zusammenarbeit bei diesen Bemühungen gebeten habe.
Verbale Warnungen kurz zuvor bereits ergangen
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Zur AktienanalyseDie konkreten Maßnahmen zur Stützung der Währung wurden nur wenige Stunden nach erneuten verbalen Warnungen der Behörden vor Volatilität am Devisenmarkt bekannt gegeben. Auch dabei hatten die Behörden bereits explizit auf spekulative Aktivitäten bei NDF-Produkten hingewiesen. Das rasche Aufeinanderfolgen von Warnung und Notfallsitzung unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Seoul auf den Währungsverfall reagiert.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da ein schwacher Won Auswirkungen auf südkoreanische Exporteure wie Samsung oder Hyundai haben kann – Unternehmen, die auch an deutschen Börsen gehandelt werden. Zugleich spiegelt die Situation die globale Nervosität an den Devisenmärkten wider, die durch geopolitische Unsicherheiten und die Zinspolitik der Fed ausgelöst wird. Südkorea steht dabei stellvertretend für viele Schwellenländer, deren Währungen unter dem Druck eines starken US-Dollars leiden.

