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Südkorea: Boom bei Investmentkonten für Babys und Kleinkinder

Südkoreanische Eltern eröffnen Depotkonten für ihre Kinder immer früher – teils direkt nach der Geburt, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Südkorea: Boom bei Investmentkonten für Babys und Kleinkinder

Südkoreanische Eltern setzen zunehmend auf einen ungewöhnlich frühen Start in die Geldanlage: Die Zahl der Depotkonten für Kinder unter einem Jahr hat sich beim größten Broker des Landes, Mirae Asset Securities, im Vergleich zum Vorjahr auf rund 15.000 im Juni fast verdreifacht. Gleichzeitig stiegen die Neueröffnungen für Kinder unter neun Jahren um knapp 60 Prozent auf rund 185.000 – und das unter Ausschluss von Mehrfachkonten.

Dieser Trend spiegelt eine wachsende Überzeugung unter koreanischen Eltern wider: Langfristiges Investieren schlägt klassische Spar- oder Festgeldkonten. Ausgelöst wurde der Enthusiasmus unter anderem durch die KI-getriebene Marktrallye in Südkorea, die das Interesse an Aktieninvestments neu entfacht hat. Gleichzeitig hat die Volatilität am heimischen Aktienmarkt viele Anleger dazu bewogen, auch international nach Anlagemöglichkeiten zu suchen.

Langfristigkeit vor Anlagebetrag

Ein konkretes Beispiel liefert Lee Hye-won, die als Krankenschwester arbeitet. Sie erklärte gegenüber CNBC, dass sie und ihr Ehepartner überzeugt seien, dass langfristiges Investieren die bessere Wahl gegenüber klassischen Sparkonten sei. „Wir waren der Meinung, dass es bei der Verwaltung der Konten unserer Kinder mehr auf die Anlagedauer als auf den Anlagebetrag ankommt. Deshalb haben wir für unser erstes Kind im Alter von vier Jahren und für unser zweites Kind direkt nach der Geburt ein Konto eröffnet", sagte sie.

Die Familie investiert monatlich etwa 300.000 Won (rund 210 US-Dollar) bis 400.000 Won in US-amerikanische börsengehandelte Fonds (ETFs), hauptsächlich in solche, die den S&P 500 abbilden. Damit setzen sie auf einen der bekanntesten und breit diversifizierten Aktienindizes der Welt – eine Strategie, die auch unter deutschen Privatanlegern als solide Langfristanlage gilt.

Generationenübergreifende Vermögensplanung als neuer Trend

Der Trend zur generationenübergreifenden Vermögensplanung gewinnt in Südkorea spürbar an Fahrt. Eltern sehen Investmentkonten für ihre Kinder nicht mehr als Ausnahme, sondern als bewusste finanzielle Weichenstellung von Beginn des Lebens an. Das Prinzip dahinter ist einfach: Je früher das Kapital investiert wird, desto länger kann der Zinseszinseffekt wirken.

Für deutsche Anleger ist dieses Konzept nicht fremd – Kinderdepots erfreuen sich auch hierzulande wachsender Beliebtheit. Der südkoreanische Fall zeigt jedoch, wie stark gesellschaftliche Trends und Marktentwicklungen – wie eine KI-getriebene Börsenrallye – das Anlageverhalten ganzer Bevölkerungsgruppen beeinflussen können. Trotz der Schwankungen am heimischen Markt suchen koreanische Eltern gezielt nach stabilen, internationalen Anlagemöglichkeiten für den Nachwuchs.

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