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Südkorea beschränkt gehebelte Einzelaktien-ETFs nach Marktturbulenzen

Die Financial Services Commission setzt Neuzulassungen aus und verdreifacht die Mindesteinlage auf umgerechnet rund 20.000 US-Dollar.

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Südkorea beschränkt gehebelte Einzelaktien-ETFs nach Marktturbulenzen

Südkoreas oberste Finanzaufsichtsbehörde, die Financial Services Commission (FSC), hat weitreichende Maßnahmen gegen gehebelte börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf Einzelaktien angekündigt. Hintergrund ist die zuletzt stark gestiegene Volatilität am südkoreanischen Aktienmarkt, die maßgeblich durch den spekulativen Einsatz fremdfinanzierter Anlageprodukte durch Privatanleger befeuert wurde.

Die Behörde reagiert damit auf eine Entwicklung, die eng mit den Turbulenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz verknüpft ist. Privatanleger nutzten gehebelte Strategien, um von den starken Kursbewegungen bei Technologieaktien zu profitieren – mit erheblichen Folgen für die Stabilität des gesamten Marktes.

Die konkreten Maßnahmen der Aufsichtsbehörde

Die FSC hat ein Bündel an Regulierungsmaßnahmen vorgestellt, das drei zentrale Punkte umfasst:

  • Aussetzung der Neuzulassungen von gehebelten Einzelaktien-ETFs
  • Verbot der Werbung und Vermarktung solcher Produkte durch Wertpapierfirmen und Vermögensverwalter
  • Verdreifachung der Mindesteinlage für Neuinvestitionen auf 30 Millionen Won – umgerechnet rund 20.000 US-Dollar

Diese Schritte sollen den spekulativen Handel eindämmen und die Risiken im Zusammenhang mit hochgehebelten Anlageprodukten nach den jüngsten Phasen extremer Marktvolatilität reduzieren.

Im Fokus der Kritik stehen vor allem ETFs, die im Mai in Südkorea aufgelegt wurden, um die stark steigenden und oft volatilen Aktien von Speicherchipherstellern abzubilden. Diese Produkte beziehen sich größtenteils auf Samsung Electronics und SK Hynix – zwei Schwergewichte, die zusammen etwa die Hälfte der Marktkapitalisierung des südkoreanischen Leitindex Kospi ausmachen.

Kospi im Bärenmarkt – trotz Jahresgewinn

Der Kospi brach am Donnerstag um 6,4 Prozent ein und rutschte damit erneut in das Territorium eines Bärenmarktes. Gegenüber seinem Höchststand im Juni hat der Index inzwischen rund 27 Prozent verloren – die klassische Definition eines Bärenmarktes liegt bei einem Rückgang von mehr als 20 Prozent vom Höchststand.

Trotz des heftigen Ausverkaufs weist der Kospi auf Jahressicht noch immer ein beachtliches Plus von 62 Prozent aus. Dies verdeutlicht, wie stark der Index in der ersten Jahreshälfte von der KI-Euphorie und der damit verbundenen Nachfrage nach Speicherchips profitiert hatte – bevor die Stimmung kippte.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in Südkorea ein mahnendes Beispiel: Gehebelte ETFs auf Einzelaktien können in volatilen Marktphasen nicht nur für individuelle Anleger, sondern für ganze Märkte destabilisierende Wirkung entfalten. Regulierungsbehörden weltweit beobachten solche Entwicklungen genau – auch die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat in der Vergangenheit wiederholt auf die Risiken komplexer gehebelter Produkte für Privatanleger hingewiesen.

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