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Südafrikas Bergbauproduktion bricht im Juni um 4% ein

PGM, Kohle und Eisenerz belasten die Jahresbilanz – doch Rohstoffverkäufe steigen dank Goldpreisrally deutlich.

Südafrikas Bergbauproduktion bricht im Juni um 4% ein

Die südafrikanische Bergbauproduktion ist im Juni im Jahresvergleich um 4% zurückgegangen. Das meldet Statistics South Africa (Stats SA) in seinem aktuellen Bericht. Besonders stark belastet wurden die Gesamtzahlen durch schwache Förderergebnisse bei Platingruppenmetallen, Kohle und Eisenerz.

Den größten negativen Beitrag leisteten die Metalle der Platingruppe (PGM), die im Jahresvergleich um 8,4% einbrachen und damit -2,4 Prozentpunkte zum Gesamtrückgang beisteuerten. PGM – darunter Platin, Palladium und Rhodium – zählen zu den wichtigsten Exportgütern Südafrikas und sind für die globale Automobil- und Wasserstoffindustrie von zentraler Bedeutung.

Die Kohleförderung sank im selben Zeitraum um 6,6% und trug -1,7 Prozentpunkte zur negativen Gesamtentwicklung bei. Die Eisenerzproduktion verzeichnete mit einem Minus von 10,2% ebenfalls einen deutlichen Rückgang und belastete das Ergebnis mit -1,5 Prozentpunkten.

Monatliche Erholung nach starkem Einbruch im Mai

Auf monatlicher Basis zeigt sich ein etwas freundlicheres Bild: Die saisonbereinigte Bergbauproduktion stieg im Juni gegenüber dem Vormonat Mai um 0,3%. Dieser leichte Anstieg folgte auf einen deutlichen Rückgang von -5,2% im Mai sowie ein Plus von 3% im April. Die Erholung ist damit noch fragil und konnte den Einbruch des Vormonats bei Weitem nicht ausgleichen.

Im Gesamtbild des zweiten Quartals 2024 sank die saisonbereinigte Bergbauproduktion im Vergleich zum ersten Quartal um 2,7%. Auch hier dominierten die PGM das negative Bild: Sie gingen im Quartalsvergleich um 6,4% zurück und trugen -1,8 Prozentpunkte bei. Manganerz verzeichnete ein Minus von 5,3% (-0,4 Prozentpunkte), Gold sank um 3,2% (-0,3 Prozentpunkte) und Eisenerz gab saisonbereinigt um 2% nach (-0,3 Prozentpunkte).

Rohstoffverkäufe profitieren massiv vom Goldpreisanstieg

Trotz der schwachen Produktionszahlen liefern die Verkaufsdaten ein überraschend positives Signal: Die Rohstoffverkäufe zu aktuellen Preisen stiegen im Juni im Jahresvergleich um beachtliche 27,2%. Haupttreiber war Gold, das einen Verkaufsanstieg von 125,7% verzeichnete und allein 17,1 Prozentpunkte zum Gesamtwachstum beisteuerte. Dieser außergewöhnliche Anstieg spiegelt den starken Goldpreisanstieg auf den internationalen Märkten wider.

Auch die PGM trugen mit einem Plus von 27% und einem Beitrag von 7,3 Prozentpunkten positiv bei. Chromerz legte um 49% zu und steuerte 3,7 Prozentpunkte bei. Auf der negativen Seite verzeichnete Eisenerz einen Rückgang der Verkaufserlöse von 16,1% (-1,7 Prozentpunkte), während sonstige nichtmetallische Mineralien um 35,5% sanken und -1,3 Prozentpunkte beitrugen.

Die saisonbereinigten Rohstoffverkäufe zu aktuellen Preisen stiegen im Juni gegenüber Mai um 2,7%. Dieser Anstieg folgte auf ein Minus von 4,4% im Mai und ein Plus von 3,1% im April. Im Quartalsvergleich – zweites gegenüber erstem Quartal – sanken die saisonbereinigten Rohstoffverkäufe jedoch um 1,6%.

Das Bild, das Stats SA zeichnet, ist damit zweigeteilt: Während die physische Förderleistung unter Druck bleibt, sorgen höhere Rohstoffpreise – allen voran beim Gold – für deutlich bessere Erlöse. Für Investoren im Bergbausektor bleibt die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten damit ein entscheidender Faktor, der schwächere Produktionsvolumina zumindest teilweise kompensieren kann.

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