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Südafrika vor Kreditrating-Heraufstufung durch Fitch, Moody's und S&P

Bank of America prognostiziert Upgrades innerhalb von zwölf Monaten – gestützt durch Strukturreformen und verbesserte Finanzkennzahlen.

Südafrika vor Kreditrating-Heraufstufung durch Fitch, Moody's und S&P

Die Bank of America erwartet, dass Südafrika innerhalb der nächsten zwölf Monate Heraufstufungen seiner Kreditwürdigkeit durch alle drei großen Ratingagenturen – Fitch, Moody's und S&P – erhalten wird. Das prognostizieren die Analysten Tatonga Rusike und Raghav Adlakha in einer aktuellen Einschätzung. Als Grundlage dienen verbesserte Finanzkennzahlen sowie ein positiverer Wirtschaftsausblick.

Konkret verweisen die Analysten auf höhere Primärüberschüsse im Staatshaushalt sowie auf laufende Strukturreformen im Energie- und Logistiksektor. Diese Reformen gelten als entscheidend für die wirtschaftliche Stabilisierung des Landes. Für deutsche Anleger, die in Schwellenländeranleihen oder südafrikanische Wertpapiere investiert sind, sind solche Ratingbewegungen von erheblicher Bedeutung – sie beeinflussen direkt die Risikoprämien und Finanzierungskosten des Landes.

Langer Weg zurück zum Investment-Grade

Trotz der kurzfristig positiven Aussichten betonen die Analysten, dass der Weg zurück zum sogenannten Investment-Grade-Status – also einer Bonitätseinstufung, die institutionellen Investoren den Kauf von Staatsanleihen erlaubt – noch erhebliche Anstrengungen erfordert. Südafrika verlor diesen Status vor einigen Jahren und kämpft seitdem darum, ihn zurückzugewinnen.

Die Bank of America nennt dabei konkrete Zielmarken: Das Land muss ein Wirtschaftswachstum von rund 2% aufrechterhalten, die Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf einen Bereich von 60 bis 70% senken und das Verhältnis von Zinszahlungen zu Staatseinnahmen auf unter 15% drücken. Diese drei Kennzahlen gelten als Schlüsselindikatoren für die Schuldentragfähigkeit eines Landes.

„Um das Investment-Grade-Rating zurückzuerlangen, benötigt Südafrika ein deutlich höheres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts – beständig näher an 2% – und/oder bessere Finanz- und Schuldenkennzahlen", schreiben Rusike und Adlakha. Sie präzisieren, dass das Land eine „Schuldenquote benötigt, die sich fest in Richtung 60-70% bewegt, sowie ein Verhältnis von Zinsen zu Einnahmen von weniger als 15%".

Fiskalregel vorerst unwahrscheinlich

Ein weiteres Element, das den Weg zum Investment-Grade erleichtern würde, ist die Einführung einer formellen Fiskalregel. Eine solche Regel legt verbindliche Obergrenzen für Staatsausgaben oder Schulden fest und signalisiert Investoren langfristige Haushaltsdisziplin. Die Bank of America hält die Einführung einer solchen Regel jedoch bis kurz vor dem politischen Zyklus 2028 oder 2029 für unwahrscheinlich.

Das Fehlen einer Fiskalregel ist aus Sicht der Analysten ein Hemmnis auf dem Weg zur Rückgewinnung des Investment-Grade-Status. Dennoch überwiegen derzeit die positiven Signale: Die Kombination aus Haushaltsverbesserungen und Strukturreformen schafft eine Grundlage, auf der die Ratingagenturen kurzfristig reagieren könnten.

Für Anleger bleibt Südafrika ein Schwellenland mit erhöhtem Risikoprofil, aber auch mit wachsendem Aufwärtspotenzial – insbesondere wenn die laufenden Reformen im Energie- und Logistikbereich nachhaltig greifen und das Wirtschaftswachstum stabilisiert werden kann.

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