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Südafrika erzielt Durchbruch bei Aufbereitung seltener Erden

Steenkampskraal und Mintek produzieren erstmals hochreine Seltenerdprodukte – kommerzielle Produktion soll noch 2025 starten.

Südafrika erzielt Durchbruch bei Aufbereitung seltener Erden

Die Steenkampskraal Monazite Mine (SMM) und Mintek, Südafrikas nationale Forschungsorganisation für Mineralien, haben einen bedeutenden technologischen Meilenstein erreicht. In den Laboreinrichtungen von Mintek gelang die erfolgreiche Produktion von hochreinen gemischten Seltenerdprodukten. Damit legt die Partnerschaft den Grundstein für den Beginn der kommerziellen Produktion von Seltenerdprodukten in Südafrika noch vor Ende dieses Jahres.

Südafrika positioniert sich durch diesen Erfolg als erstes afrikanisches Land, das Seltenerdprodukte durch eine Partnerschaft zwischen einem Bergbauunternehmen und einer nationalen Forschungseinrichtung erfolgreich herstellt. Die langfristige Expansion soll die Veredelung von Seltenerdelementen (REE) und Thorium sowie die Produktion medizinischer Isotope umfassen – ein breites Spektrum an strategisch bedeutsamen Anwendungen.

„Dies ist nicht nur ein Sieg für Steenkampskraal und Mintek, sondern ein Sieg für Südafrika", sagt Dr. Enock Mathebula, exekutiver Vorsitzender und Anteilseigner von SMM. „Es demonstriert die Fähigkeit des Landes, erstklassige Technologien zu entwickeln, lokale Veredelungsmöglichkeiten zu schaffen und maßgeblich an den globalen Lieferketten für kritische Mineralien teilzunehmen."

Weltklasse-Ressource trifft auf wissenschaftliche Expertise

Dr. Molefi Motuku, CEO von Mintek, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Expertise von Mintek, kombiniert mit der Weltklasse-Ressource von Steenkampskraal, hat bewiesen, dass Südafrika nicht nur über die Mineralien, sondern auch über die wissenschaftlichen Kapazitäten verfügt, um weltweit bei der Verarbeitung kritischer Mineralien wettbewerbsfähig zu sein."

Auch die South African Nuclear Energy Corporation (Necsa) ist in das Projekt eingebunden. Loyiso Tyabashe, CEO der Necsa Group, bezeichnet die Entwicklung als „Wendepunkt im Bereich der Seltenerdmineralien". Necsa will auf Basis seiner Expertise die Chancen in der hochwertigen Wertschöpfungskette von Seltenerd- und Thoriumprodukten nutzen und ausbauen – sowohl für industrielle als auch für medizinische Anwendungen.

Die Steenkampskraal-Mine liegt im Westkap und gilt als das weltweit hochgradigste Vorkommen an Seltenerdelementen und Thorium. Ursprünglich 1952 von Anglo American eröffnet, wurde sie in der Vergangenheit zur Thoriumgewinnung für internationale Kernenergieprogramme betrieben, bevor sie in den Wartungszustand versetzt wurde. Erst 2024 holte SMM die Mine offiziell aus diesem Ruhezustand, nachdem die erforderlichen Genehmigungen sowohl der National Nuclear Regulator als auch des Department of Mineral and Petroleum Resources vorlagen.

Bau der Verarbeitungsanlage läuft auf Hochtouren

Die vollständige Finanzierung für die metallurgische Verarbeitungsanlage der Phase 1 wurde durch die Industrial Development Corporation (IDC) gesichert. Der Bau der Anlage ist derzeit im Gange, die Inbetriebnahme ist für August geplant. Die Konzentratproduktion soll noch in diesem Jahr beginnen, und die ersten Lieferungen werden vor Ende des Jahres erwartet.

Mathebula gibt an, dass die Mine derzeit in Kontakt mit mehreren strategischen Investoren steht, die eine Due-Diligence-Prüfung hinsichtlich einer potenziellen Beteiligung an dem Projekt durchführen. Parallel dazu treiben SMM und Mintek Gespräche und Entwicklungsarbeiten voran, die auf den Aufbau von Trennungskapazitäten in Südafrika abzielen.

Die Vision geht dabei weit über den reinen Bergbau hinaus: „Unsere Vision ist es nicht einfach nur Ressourcen abzubauen, sondern sie zu veredeln, zu verarbeiten und eine größere Wertschöpfung innerhalb Südafrikas zu schaffen", erklärt Mathebula. „Wir wollen ein Zentrum für die Verarbeitung seltener Erden in Afrika werden – zum Wohle der Gesellschaft, von den lokalen Gemeinschaften bis hin zu ganz Afrika."

Für deutsche Anleger und Industriebeobachter ist dieser Entwicklung besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Seltene Erden sind unverzichtbare Rohstoffe für Elektromobilität, Windkraftanlagen und Hightech-Elektronik. Die globalen Lieferketten sind derzeit stark von China dominiert, weshalb neue Quellen und Verarbeitungskapazitäten – wie jene in Südafrika – strategisch an Bedeutung gewinnen.

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