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Südafrika: Elf private Bahnbetreiber starten auf Hauptschienennetz

Nach Abschluss der Netzzugangsvereinbarungen bereiten sich elf private Eisenbahnunternehmen auf den Betriebsstart im südafrikanischen Hauptschienennetz vor.

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Südafrika: Elf private Bahnbetreiber starten auf Hauptschienennetz

Elf private Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) haben offiziell Netzzugangsvereinbarungen mit dem Transnet Rail Infrastructure Manager (TRIM) abgeschlossen und bereiten sich auf den Einstieg in das südafrikanische Hauptschienennetz vor. Bei einer Zeremonie in Sandton am 13. Mai bestätigte TRIM, dass die privaten Betreiber eine zusätzliche Frachtkapazität von 24 Millionen Tonnen in den Segmenten Kohle, Mangan, Container, Treibstoff und allgemeine Fracht einbringen sollen.

Zu den ersten EVU, die Trassenzuweisungen erhielten, zählen ARC South Africa, Barberry, Grindrod, Interlinks, IRACEMA, Menar, Minrail, Motheo Logistics, Sharp Logistics, The Railway Corporation sowie TLD Marine (einschließlich MSC als Teilnehmer). Einige dieser Unternehmen streben einen Betriebsstart noch vor Ende 2026 an. Laut TRIM wird erwartet, dass der Großteil der Betreiber im Laufe des Jahres 2027 vollständig betriebsbereit sein wird.

Transnet-CEO Michelle Phillips bezeichnete den Abschluss der Netzzugangsvereinbarungen als „bedeutenden Meilenstein" und erklärte, dies sei ein Beleg dafür, dass Transnet die politische Reform eines offenen Schienenzugangssystems konsequent umsetze. Das Netz war bislang ausschließlich von Transnet Freight Rail monopolistisch betrieben worden.

Strukturreform durch vertikale Trennung

Der Markteintritt privater Betreiber wurde durch die vertikale Trennung des Bahnbetriebs von der Infrastruktur ermöglicht. Im Zuge dieser Reform wurde TRIM gegründet, das im April sein einjähriges Bestehen feierte. TRIM veröffentlichte daraufhin die Schienennetz-Nutzungsbedingungen (Network Statement) in Version 3, welche die Grundlage für die Trassenzuweisung an die EVU einschließlich der Netzzugangsgebühren bildete.

TRIM-CEO Moshe Motlohi räumte ein, dass die EVU auf eigenes Risiko in ein vernachlässigtes Netz eintreten würden, skizzierte jedoch gleichzeitig verschiedene Initiativen zur Verbesserung des Netzzustands und der Signaltechnik. „Dieser Meilenstein bedeutet mehr als nur eine Trassenzuweisung; er signalisiert die Schaffung eines funktionalen und wettbewerbsfähigen Schienenmarktes", sagte Motlohi.

Verkehrsministerin Barbara Creecy gab bekannt, dass bereits öffentliche Investitionen in Höhe von 16,8 Milliarden Rand für die Kohle-, Eisenerz- und Hafennetze genehmigt wurden. Weitere Anträge im Wert von 23,6 Milliarden Rand befinden sich in Vorbereitung. Transnet greift zudem verstärkt auf die Budgetfazilität für Infrastruktur des nationalen Finanzministeriums zurück, um Kapitalprojekte im Schienensystem zu finanzieren.

Neue Plattform für Ad-hoc-Trassen

TRIM hat zusätzlich eine Antragsplattform für „Ad-hoc-Trassen" eingeführt, um Schienenkapazitäten außerhalb des regulären Jahreszyklus zuzuweisen. Motlohi bezeichnete den Mechanismus als „innovativ und regelbasiert". Das Ad-hoc-Verfahren hat bereits erste Ergebnisse gezeigt: Ein geplanter Kurzstreckendienst zwischen Cato Ridge und Durban soll die Verkehrsbelastung im Hafenbereich verringern und voraussichtlich im Mai 2026 den Betrieb aufnehmen.

Die Version 4 der Schienennetz-Nutzungsbedingungen, die Verfeinerungen am Trassenzuweisungssystem enthält, wird derzeit fertiggestellt und soll in den kommenden Tagen vom Verkehrsministerium veröffentlicht werden. Das Dokument wird entweder jährlich oder alle zwei Jahre aktualisiert, um das Netz schrittweise für weitere EVU zu öffnen. Das übergeordnete Ziel lautet, das Frachtaufkommen auf der Schiene bis 2030 auf 250 Millionen Tonnen zu steigern – ausgehend von derzeit weniger als 180 Millionen Tonnen.

LeaseCo soll Einstiegshürden senken

Transnet arbeitet zudem an der Gründung einer Leasinggesellschaft für Schienenfahrzeuge, der sogenannten LeaseCo. Diese soll es privaten Betreibern ermöglichen, benötigte Lokomotiven und Waggons zu leasen, anstatt hohe Vorabinvestitionen tätigen zu müssen. Die LeaseCo soll als öffentlich-private Partnerschaft eingerichtet werden, und eine Ausschreibung an vorqualifizierte Bieter steht kurz bevor.

Yolisa Kani, Chief Business Development Officer bei Transnet, erklärte, dass das staatliche Unternehmen aufgrund der Marktnachfrage der Einheit bereits Vermögenswerte zugewiesen und Verträge mit fünf EVU abgeschlossen habe, die nach Gründung der Partnerschaftsgesellschaft auf diese übertragen werden sollen. Insgesamt wurden 500 Lokomotiven und 17.000 Waggons für die LeaseCo bereitgestellt, die sowohl an inländische EVU als auch an Betreiber in der südafrikanischen Region verleast werden sollen.

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