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Stuttgart 21: Neue Verzögerung bis 2031 und Milliarden-Mehrkosten drohen

Bahnchefin Palla muss beim Lenkungskreis erklären, warum der Tiefbahnhof erst Ende 2031 fertig wird – fünf Jahre später als geplant.

Stuttgart 21: Neue Verzögerung bis 2031 und Milliarden-Mehrkosten drohen

Das Milliardenprojekt Stuttgart 21 steckt erneut tief in der Krise. Beim Treffen des Lenkungskreises der Projektpartner muss sich DB-Chefin Evelyn Palla am Freitag kritischen Fragen stellen. Der neue Stuttgarter Tiefbahnhof soll nun erst Ende 2031 in Betrieb gehen – und damit fünf Jahre später als bisher geplant.

Bereits am Mittwoch hatte Palla gemeinsam mit einem Vertreter der Stuttgart-21-Projektgesellschaft die Abgeordneten im Verkehrsausschuss des Bundestages über die erneute Verschiebung informiert. Als zentrale Ursachen nannte die Bahn die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die sich als deutlich komplexer erwiesen habe als ursprünglich angenommen. Hinzu kämen mangelnde Reife in den Planungsprozessen sowie technische Probleme mit einem Technikgebäude. Medienberichten zufolge gibt es zudem Schwierigkeiten beim Notstromkonzept.

Özdemir und Nopper fordern Klarheit

Die Verzögerungsmeldung hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hatte daraufhin unmissverständlich einen verlässlichen Zeitplan eingefordert. „Ich will nicht, dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen", machte Özdemir deutlich.

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) legte im Vorfeld des Treffens ebenfalls nach. Er forderte von Palla eine „schonungslose Offenlegung des Projektstandes". Die Bahn müsse konkret aufzeigen, wie die Belastungen für die Stuttgarter Bevölkerung reduziert werden könnten. Besonders die Wegeführung zwischen Gleisen und Innenstadt müsse verbessert werden, so Nopper gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrkosten von bis zu drei Milliarden Euro erwartet

Die neuerliche Bauzeitverlängerung dürfte das ohnehin schon teure Projekt noch teurer machen. Die „Stuttgarter Zeitung" berichtete zuletzt unter Berufung auf informierte Kreise von Mehrkosten in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro. Zuletzt war das Gesamtbudget für Stuttgart 21 auf rund 11,3 Milliarden Euro beziffert worden.

Für die übrigen Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und den Verband Region Stuttgart – dürfte die Kostenfrage allerdings weniger brisant sein als der Terminverzug. Ein Gerichtsurteil stellt klar: Sie müssen sich an den Mehrkosten nicht beteiligen. Der Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 regelt lediglich die Kostenverteilung bis zu einer Gesamthöhe von gut 4,5 Milliarden Euro. Alle darüber hinausgehenden Kosten trägt allein die Deutsche Bahn.

Das bedeutet: Die finanzielle Last der Verzögerung liegt vollständig beim Staatskonzern. Für Anleger, die die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bahn im Blick behalten, ist dies ein relevanter Faktor – zumal das Unternehmen ohnehin unter Druck steht und Investitionen in die Infrastruktur bundesweit priorisiert werden müssen.

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